Die Pläne des größten europäischen Automobilkonzerns für den Umstieg auf Elektrotraktion sind sehr ambitioniert, doch die Volkswagen-Führung ist gezwungen, zwischen wirtschaftlicher Machbarkeit, Konkurrenz durch Tesla und den Interessen der eigenen Gewerkschaften abzuwägen. Der Übergang zur Produktion von Elektrofahrzeugen in Deutschland wird ohne den Aufbau neuer Unternehmen nicht vollständig sein, wie die Vertreter des Unternehmens einräumten.
Der bestehende Standort von Volkswagen in Wolfsburg ist das Kerngeschäft des Unternehmens und einer der größten der Welt. Volkswagen-Markenmanager Ralph Brandstätter teilte der Presse diese Woche mit, dass in der Nachbarschaft des Stammwerks der Marke ein neues Werk gebaut wird, das zunächst auf die Produktion von Elektrofahrzeugen ausgerichtet sein wird. Nach Erreichen der Konstruktionskapazität wird das neue Unternehmen in der Lage sein, bis zu 250.000 Autos pro Jahr zu produzieren. Das Management des Konzerns ist der Ansicht, dass es einfacher und kostengünstiger sein wird, eine neue Produktionsstätte zu bauen, als ein bestehendes Unternehmen umzurüsten. Dies wird jedoch nicht schaden, bis 2027 zwei der vier Linien im Stammwerk Wolfsburg auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umzustellen.
Diese Trennung wird unter anderem die Pläne von Volkswagen für neue ICE-Modelle unterstützen, die auch für die kommenden Jahre vorgesehen sind. Das bestehende Unternehmen wird eine neue Generation von Golf und Tiguan sowie einen siebensitzigen Crossover registrieren. Das neue Werk in Wolfsburg wird auf einer neuen Plattform ein Serienmodell eines Elektrofahrzeugs produzieren, mit dem Volkswagen ernsthafte Hoffnungen auf den Wettbewerb mit Tesla setzt. Das Fahrzeug wird zunächst mit Hardware ausgestattet, um die vierte Steuerungsautonomiestufe nach der SAE-Klassifizierung zu erreichen, die die vorletzte in dieser Skala ist.
Volkswagen steht vor der Herausforderung, technologische und logistische Prozesse bei der Produktion von Elektrofahrzeugen deutlich zu optimieren. Tesla bleibt in diesem Sinne der Maßstab und verbringt etwa zehn Stunden damit, ein Auto zusammenzubauen. Der deutsche Konkurrent hat diese Zahl bisher dreimal so hoch, aber das neue Unternehmen wird helfen, sie in der pessimistischsten Version auf zwölf Stunden zu reduzieren. Gleichzeitig wird den Kunden eine begrenzte Anzahl von Optionen und Konfigurationen angeboten, da dies ein integraler Bestandteil des Plans zur Optimierung der Produktionsprozesse ist.
2021-11-10 04:03:53
Autor: Vitalii Babkin