ZeroAvia hat die Entwicklung eines 19-sitzigen Flugzeugs angekündigt, das "ausschließlich mit Wasserstoff fliegen" kann. Auf Flügen zwischen London und Rotterdam sollen bereits 2024 mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebene Flugzeuge eingesetzt werden.
ZeroAvia arbeitet mit dem Flughafenbetreiber Royal Schiphol Group, der Rotterdam The Hague Innovation Airport Foundation und dem Rotterdam The Hague Airport zusammen. Die Vereinbarung der Teilnehmer legt den Zeitpunkt für den Start der ersten kommerziellen Passagierflüge ohne Emission umweltgefährdender Stoffe fest, möglicherweise die erste internationale kommerzielle Transaktion dieser Art weltweit. Laut ZeroAvia haben das Unternehmen und die Royal Schiphol Group eine Reihe von Verhandlungen mit Fluggesellschaften geführt, um einen Betreiber für die geplante Strecke zu finden.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur sind die Kohlendioxidemissionen aus dem Betrieb von Verkehrsflugzeugen in den letzten zwanzig Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2019 erreichten sie 1 metrische Gigatonne, was "etwa 2,8% der weltweiten Kohlendioxidemissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe" entspricht. Der World Wildlife Fund bezeichnet die Luftfahrt als "eine der am schnellsten wachsenden Quellen von Treibhausgasen, die den globalen Klimawandel vorantreiben".
Die Forschung und Entwicklung von ZeroAvia konzentriert sich auf den Antrieb von Elektromotoren mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Im September 2020 absolvierte ein vom Unternehmen gebautes Flugzeug mit Batterien dieses Typs seinen Erstflug. Im selben Monat sprach Airbus über drei Konzeptprojekte zum Wasserstofftreibstoff – deren Inbetriebnahme bis 2035 schließt der Hersteller nicht aus.
Allerdings sind nicht alle optimistisch, was die kurzfristigen Aussichten für die Wasserstofftechnologie angeht. Laut Ryanair-Chef Michael O’Leary muss man nicht auf die massive Einführung solcher Technologien im nächsten Jahrzehnt warten – alternative Lösungen zu Kohlenwasserstoff-Treibstoffen sind noch nicht verfügbar und werden frühestens 2030 erscheinen. „Deshalb wird es definitiv nach dem Ende meiner Karriere in der Luftfahrtbranche sein ... aber ich hoffe, dass sie noch vor unserem Lebensende hier auftaucht“, schloss der Geschäftsmann.
2021-10-28 16:19:36
Autor: Vitalii Babkin