Intel hat gestern die Alder-Lake-Prozessorfamilie vorgestellt, die als erste Prozessoren auf dem Markt den neuen DDR5-RAM unterstützt. Die Chips können mit aktuellem DDR4 arbeiten, der neue Standard bietet jedoch eine deutlich höhere Geschwindigkeit. Und um das volle Potenzial von DDR5 auszuschöpfen, helfen die neuen XMP 3.0-Erweiterungen, die mehr Möglichkeiten zum Übertakten des Arbeitsspeichers eröffnen.
Intel führte 2007 erstmals XMP-Erweiterungen ein. Sie ermöglichten Overclocking-Enthusiasten, beim Booten des Systems automatisch das optimale Profil für den beabsichtigten Betriebsmodus auszuwählen, das die Speicherfrequenz und die Latenzwerte bestimmt. Die Feinabstimmung des Speichers während des Übertaktens kann in der Regel mehrere Stunden dauern, wenn man die Notwendigkeit berücksichtigt, die Ergebnisse zu testen, bot Intel an, durch die Verwendung vorgefertigter Konfigurationsprofile Zeit zu sparen.
Die XMP 1.0-Spezifikation implizierte die Verwendung von zwei vom Hersteller von DDR3-Speichermodulen definierten Profilen, zwischen denen der Nutzer wählen konnte. Mit dem Übergang zu DDR4 entwickelten sich die XMP-Erweiterungen zu Version 2.0, wobei gleichzeitig der verfügbare Adressraum zum Speichern von Profilinformationen von 78 auf 102 Bytes vergrößert wurde, aber die Anzahl der voreingestellten Profile blieb gleich zwei und zusätzlicher Speicher ermöglichte mehr Benutzer Profile gespeichert werden.
Mit dem Aufkommen von DDR5 bieten XMP 3.0-Erweiterungen eine Reihe wichtiger Verbesserungen. Zum einen erhöht sich die Anzahl der vom Hersteller des Speichermoduls definierten festen Profile von zwei auf drei. Zum anderen erhält der Nutzer die Möglichkeit, nicht nur zwei weitere individuelle Speicherprofile zu hinterlegen, sondern auch eigene beschreibende Bezeichnungen für diese zu hinterlegen. DDR5-Spezifikationen implizieren das Vorhandensein eines Spannungssteuermoduls direkt auf dem Speicherstreifen, was auch die Auswahl der optimalen Einstellungen erleichtert. Prüfsummenermittlungsfunktion vermeidet Fehler beim Speichern von Einstellungen durch den Benutzer. Schließlich wurde der Adressraum zum Speichern von Informationen im SPD auf 384 Byte vergrößert.
Unterstützt von der Alder Lake-S-Plattform ermöglicht die Intel Dynamic Memory Boost Technology die Anwendung eines der gespeicherten XMP-Profile ohne Neustart des Systems im automatischen Modus entsprechend der auftretenden Rechenlast. Sobald das System wieder Routineaufgaben löst, geht der Speicher in die Grundeinstellungen über. Die Funktion funktioniert auch mit DDR4-Speichermodulen, aber erst beim Einsatz von DDR5 entfaltet sie ihr volles Potenzial. Die Unterstützung der Intel Dynamic Memory Boost Technology-Funktion wird von Motherboards auf Basis des Intel Z690-Chipsatzes bereitgestellt, sie wird durch ein BIOS-Update implementiert.
2021-10-28 16:17:14
Autor: Vitalii Babkin