Ein neues genetisches Unternehmen namens Colossal hat ehrgeizige Pläne, das Wollmammut wiederzubeleben und die Art in die arktische Tundra zurückzubringen. Und es muss nicht nur ein Jurassic Park sein, der in eine Touristenfalle verwandelt wurde – das Ziel ist es, ein längst verlorenes Ökosystem wiederherzustellen, von dem das Unternehmen glaubt, dass es zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen könnte.
Die Debatte um "Auferstehung" - oder den Einsatz von Gentechnik, um ausgestorbene Arten von den Toten zurückzubringen - hat sich in den letzten Jahren von der Science-Fiction zu einer technisch machbaren Idee entwickelt.
Ungeachtet dessen, was die Filme sagen, können Dinosaurier aufgrund des Mangels an konservierter DNA nicht wiederbelebt werden, aber vor relativ kurzer Zeit ausgestorbene Tiere, deren Gewebeproben wir noch haben, können lebensfähig sein.
Das Wollmammut ist ein erstklassiger Kandidat. Gut erhaltene Kadaver werden regelmäßig im Permafrostboden gefunden, und sie haben noch lebende nahe Verwandte, die als Ersatz für das Tragen von Klonen fungieren können.
Die Welt kann dieser Chance jetzt einen Schritt näher sein. Der Tech-Unternehmer Ben Lamm und der Genetiker George Church gründeten ein neues Unternehmen namens Colossal mit dem konkreten Ziel, eine Mammut-Wiederbelebungsmethode mit der CRISPR-Geneditierungstechnologie zu entwickeln.
Das Unternehmen begann mit einer anfänglichen Finanzierung von 15 Millionen US-Dollar, die zur Finanzierung der Forschung im Labor von George Church an der Harvard Medical School verwendet wird.
Die Kreatur, die sie erschaffen, wird kein "reines" Mammut sein - stattdessen beabsichtigen Wissenschaftler, eine Hybride aus einem Elefanten und einem Mammut zu schaffen. Als Basisgenom wird der Asiatische Elefant verwendet, da er und das Mammut 99,6 Prozent der Gene teilen.
Die restlichen 0,4 Prozent werden mit CRISPR bearbeitet, um dem Tier die Eigenschaften eines Mammuts zu verleihen und ihm zu helfen, das kalte Klima zu überstehen. Zu diesen Merkmalen gehören zwei Schichten dickes Fell für Wärme, große Fettreserven, kleinere Ohren, um Wärmeverlust zu verhindern, und natürlich riesige gebogene Reißzähne zum Füttern.
Die Hybridembryonen werden dann implantiert und in die afrikanischen Elefantenweibchen transferiert, da ihre Größe der Mutter die Geburt erleichtert. Zudem wollte das Wissenschaftlerteam die schwindende Population asiatischer Elefanten nicht zusätzlich unter Druck setzen.
Es ist nicht nur ein Tier, das die Wissenschaftler wiederherstellen wollen – es ist die Umgebung, in der sie lebten. Die Mammutsteppe war ein eiszeitliches Biom, das von grasbewachsenen Ebenen geprägt war und von einer Vielzahl von Tieren bewohnt wurde, darunter Mammuts (natürlich), Bisons, Pferde, Rentiere und Moschusochsen. Mammuts verhielten sich hauptsächlich wie lebende Bulldozer, die Land für schnell wachsendes Gras roden, und das Biom erwies sich als so erfolgreich, dass es einen Großteil des Nordens des Planeten umspannte.
Doch als die Mammuts vor etwa 4000 Jahren ausstarben, folgte die Mammutsteppe. Die Wiederherstellung dieses Ökosystems wird dazu beitragen, den Klimawandel zu bekämpfen, indem das Schmelzen des Permafrostbodens verlangsamt und riesige Mengen an Treibhausgasen eingeschlossen werden, sagen Wissenschaftler.
Aber auch wenn diese hohen Ziele nicht erreicht werden, wird die Wiederbelebung des Wollmammuts ein wichtiger Meilenstein für die Wissenschaft sein. Abgesehen von dem unbestreitbaren Faktor, das Mammut lebend zu sehen, hat die Arbeit der Wissenschaftler das Potenzial, die Genetik voranzutreiben und könnte möglicherweise verwendet werden, um Arten zu retten, die derzeit vom Aussterben bedroht sind.
Quelle: Kolossal
2021-09-21 04:20:08
Autor: Vitalii Babkin