Astronomen haben mit Gemini North, einem der Zwillingsteleskope des Gemini International Observatory, ein atemberaubendes Bild eines Paares wechselwirkender Spiralgalaxien, NGC 4567 und NGC 4568, aufgenommen, die schließlich in etwa 500 Millionen Jahren zu einer einzigen elliptischen Galaxie verschmelzen werden.
NGC 4567 und NGC 4568 sind ein Duo von Spiralgalaxien, etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Jungfrau. Beide wurden 1784 von William Herschel entdeckt.
Diese Galaxien mit den Spitznamen Schmetterlingsgalaxien und siamesische Zwillinge beginnen miteinander zu kollidieren und zu verschmelzen.
Derzeit sind die Zentren von NGC 4567 und NGC 4568 20.000 Lichtjahre voneinander entfernt, und jede Galaxie behält immer noch ihre ursprüngliche Form.
Wenn sich diese Galaxien nähern und verschmelzen, werden ihre gegenseitigen Gravitationskräfte Ausbrüche intensiver Sternentstehung verursachen und ihre Strukturen stark verzerren.
Millionen von Jahren lang werden Galaxien ständig umeinander kreisen, immer enger werdende Schleifen bilden und lange Bänder aus Sternen und Gas herausziehen, bis ihre getrennten Strukturen so gemischt sind, dass eine einzige, im Wesentlichen kugelförmige Galaxie aus dem Chaos hervorgeht.
Zu diesem Zeitpunkt wird der größte Teil des Gases und Staubes in diesem System aufgebraucht oder vom galaktischen Wind weggeblasen worden sein.
Diese Verschmelzung ist auch eine Vorschau darauf, was passieren wird, wenn die Milchstraße und ihr nächster großer galaktischer Nachbar, die Andromeda-Galaxie, in etwa 5 Milliarden Jahren kollidieren.
Durch die Kombination von jahrzehntelangen Beobachtungen und Computersimulationen haben Astronomen nun starke Beweise dafür, dass verschmelzende Spiralgalaxien wie diese zu elliptischen Galaxien werden.
Es ist wahrscheinlich, dass die Galaxien NGC 4568 und NGC 4567 irgendwann ihrer Nachbargalaxie Messier 89 ähneln werden, einer elliptischen Galaxie, die sich ebenfalls im Virgo-Haufen befindet.
2022-08-14 09:47:18
Autor: Vitalii Babkin