Boston Dynamics hat mehrere neue Videos veröffentlicht, die die Fähigkeiten seines zweibeinigen Roboters Atlas demonstrieren. Im ersten Video zeigen zwei Atlas-Roboter, wie sie mit Gymnastikübungen umgehen können. Sie gehen auf geneigten Flächen, springen, steigen Stufen, balancieren, schlagen Purzelbäume.
Atlas ist im Wesentlichen ein Forschungsprojekt. Es handelt sich um eine fortschrittliche Maschine, die den Ingenieuren des Unternehmens hilft, effizientere Steuerungs- und Wahrnehmungssysteme zu entwickeln.
„Auf praktischer Ebene ist es die Plattform für unsere Forschung und Entwicklung“, sagt Benjamin Stevens, Chief Executive Officer von Atlas.
Diese Forschung umfasst unter anderem die Arbeit mit Gymnastikübungen und Parkour.
Zuvor haben einige Robotikunternehmen Boston Dynamics dafür kritisiert, dass sie Menschen über die Fähigkeiten ihrer Roboter irreführen. Es wurde argumentiert, dass diese Videos klar strukturierte Demonstrationen sind – organisierte Verfahren, die viel Aufwand und Anpassungen erfordern, um richtig durchgeführt zu werden, wie in den Videos gezeigt. Bisher kann man nicht einfach einen Roboter aufs Feld schicken und ihm Parkour- oder Gymnastikübungen anweisen.
„Dies ist kein Roboter, der sich einfach magisch für Parkour entscheidet, es ist eine Art choreografischer Vorgang, sehr ähnlich einem Video mit Trickdemonstrationen auf einem Skateboard oder einem Video von Parkour“, erklärt Benjamin Stevens.
In einem begleitenden Blogbeitrag gehen die Ingenieure des Unternehmens genauer darauf ein, wie sich der Roboter im Laufe der Jahre verändert hat. Sie stellen fest, dass der Roboter bei früheren Demonstrationen im Wesentlichen blind war. Er führte einfach vorher festgelegte Aktionen aus, die erfolgreich waren, solange die Umgebung unverändert blieb. Aber jetzt verlässt er sich mehr auf seine eigene Wahrnehmung, um zu navigieren, was bedeutet, dass seine Handlungen weniger vorprogrammiert sind als zuvor.
„In dieser Iteration von Parkour passt der Roboter das Verhalten in seinem Repertoire basierend auf dem an, was er sieht“, heißt es in dem Blogbeitrag. „Das bedeutet, dass Ingenieure nicht für alle möglichen Plattformen und Lücken, mit denen der Roboter kollidieren könnte, Sprungbewegungen vorprogrammieren müssen.“
Und im Vergleich zu den bisherigen Gymnastikübungen des Roboters ist das heutige Video bemerkenswert - die Bewegungen des Roboters sehen manchmal sogar ein wenig menschlich aus. Zum Beispiel im Fragment bei 37 Sekunden, wenn Atlas auf die Plattform springt, schwankt er eine Weile und findet dann sein Gleichgewicht wieder. Diese Dynamik kann nicht vorprogrammiert werden.
2021-08-19 04:06:36
Autor: Vitalii Babkin