Wissenschaftler der Johns Hopkins University (USA) haben einen bisher unbekannten Rezeptor im Gehirn entdeckt, der an Kokain bindet und dessen Aufnahme durch den Körper direkt beeinflusst. Seit der Entdeckung, dass Kokain Synapsen beeinflusst und die Aufnahme von Dopamin durch Neuronen hemmt, wurde lange und erfolglos nach diesem Rezeptor gesucht. Dieser Neurotransmitter verursacht Lust- und Belohnungsgefühle, sodass seine Ansammlung in den Synapsen Euphorie hervorruft und Sucht erzeugt.
Die Lösung schien an der Oberfläche zu liegen - Sie müssen den Rezeptor finden, der an Kokain bindet und seine Arbeit blockiert, damit das Medikament nicht im Nervensystem verweilt. Wissenschaftler fanden jedoch schnell heraus, dass der Kokain-Transporter, das DAT-Protein, zu locker gebunden war. Auf der Suche nach dem gesuchten Rezeptor züchteten die Forscher viele Gehirnzellen von Nagetieren, die sie auf der Suche nach Molekülen mit dem höchsten Grad an Verbindung mit Kokain untersuchten.
Auf diese Weise wurde der BASP1-Rezeptor entdeckt, woraufhin im Labor Nagetiere präpariert wurden, deren Gehirn im Vergleich zu gewöhnlichen Individuen genau die Hälfte dieser Rezeptoren enthielt. Als sie Kokain erhielten, nahmen sie halb so viel davon auf, und die Reaktion auf die Droge war halb so stark wie gewöhnlich. Das Ziel wurde gefunden und nun besteht die Aufgabe der Wissenschaftler darin, nach Substanzen zu suchen, die die Arbeit von BASP1 blockieren können, um die Wirkung des Medikaments auf das Gehirn vollständig zu eliminieren.
Aber nicht alles ist so einfach – es stellte sich heraus, dass die experimentelle Abschaltung von BASP1 nur bei Männern funktioniert. Bei Frauen wurden keine Veränderungen gefunden, aber es wurde bereits festgestellt, dass BASP1 auch leicht an das weibliche Hormon Östrogen bindet. Und das bedeutet, dass die Forschung weitergeht.
2022-06-08 06:04:52
Autor: Vitalii Babkin