Die Ankündigung des Kaufs des Gaming-Giganten Activision Blizzard durch Microsoft ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil es sich um den größten Deal dieser Art in der Gaming-Branche handelt. Es gibt noch einen weiteren, weniger offensichtlichen, aber nicht weniger wichtigen Teil davon: den Redmondern Zugang zu einem riesigen Publikum im Bereich Mobile Gaming zu verschaffen.
Der Verge-Journalist Andrew Webster versucht in seinem neuen Material, die Nachricht über den Kauf von Activision Blizzard im Kontext der anstehenden Umverteilung des Mobile-Entertainment-Marktes zu analysieren. Wenn der Deal von Aufsichtsbehörden und Aktionären genehmigt wird, wird Microsoft über eine erfolgreiche Reihe von Gelegenheitsspielen Candy Crash verfügen. Laut dem Analyseunternehmen Sensor Tower hat Candy Crash Saga seit Januar 2014 etwa 7,1 Milliarden US-Dollar verdient, während Candy Crush Soda Saga seit Januar 2014 2,9 Milliarden US-Dollar verdient hat.
Seit der Übernahme des King-Studios sind mobile Projekte ein wichtiger Bestandteil des Activision-Portfolios geworden – zudem setzt der Verlag nicht nur auf einfache Projekte. Call of Duty Mobile, das in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen Tencent entwickelt wurde, kann als riesiges Spiel betrachtet werden. Und Blizzard arbeitet derzeit an Diablo: Immortal und testet das Projekt regelmäßig im Rahmen geschlossener Veranstaltungen.
In seinem letzten Quartalsbericht enthüllte Activision, dass King (die Macher von Candy Crash) mit einem Umsatz von 652 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2021 seine profitabelste Sparte ist.
Microsoft versucht seit vielen Jahren, seine Position auf dem Markt für mobile Unterhaltung zu stärken. Es gibt sowohl gelungene als auch nicht so gute Beispiele. Als absoluter Renner kann beispielsweise die portable Version von Minecraft gelten: mehr als 237 Millionen Downloads auf iOS und Android seit Januar 2014. Dies ist eines der wenigen Premium-Handyspiele mit der größtmöglichen Reichweite.
Aber die Schließung von Minecraft Earth (analog zu Pokemon GO) im vergangenen Jahr ist bereits ein Beispiel für die nicht sehr erfolgreiche Leistung des Unternehmens auf dem Markt für mobile Unterhaltung. Außerdem kündigte Redmond etwas früher Pläne an, das Rennspiel Forza Street für Smartphones einzustellen.
Einige Analysten sind davon überzeugt, dass Microsofts Gaming-Sparte nach dem Kauf von Activision Blizzard nicht nur den Cloud-Dienst xCloud entwickeln und bekannt machen, sondern auch vollwertige Projekte für iOS und Android starten kann. Und der naheliegendste Weg, dies zu erreichen, besteht darin, das bewährte und erfolgreiche Entwicklungsteam von King zu engagieren.
2022-01-19 05:04:27
Autor: Vitalii Babkin