Die Untersuchung alter Kontinente bezeugte, dass sie tatsächlich eine komplexere und heterogenere Struktur haben als die moderne Lithosphäre. Wissenschaftler wussten jedoch bisher nicht, was diese Unterschiede verursacht und wie sie entstanden sind. Ein internationales Forscherteam hat entdeckt, dass sich noch Elemente aus den frühesten Kontinenten der Erde im Erdmantel befinden.
„Gesteine aus dem Kern der Kontinente, die sogenannten Kratone, sind älter als drei Milliarden Jahre“, sagte Professor Fabio Capitano, Hauptautor der Studie, von der Monash University (Australien). „Sie entstanden früh in der Erdgeschichte und bergen die Geheimnisse, wie sich Kontinente und der Planet im Laufe der Zeit verändern.“
Um diese Geheimnisse zu lüften, verwendeten die Wissenschaftler ein Hochleistungs-Rechenmodell, um die Entwicklung der Erde in den ersten Milliarden Jahren zu simulieren. Die Ergebnisse zeigten, dass die ersten Kontinente instabil waren und schließlich vom Mantel verschluckt wurden. Dort sind sie geschmolzen, vermischt, aber einige ihrer Elemente sind noch erhalten, schreibt Phys.org.
Laut Wissenschaftlern können einige Elemente des Gesteins, aus denen die Platten der ersten Kontinente bestanden, Milliarden von Jahren im Mantel verbleiben, aber am Ende tauchen sie wieder auf. Im Laufe der Zeit sammeln sich die absorbierten Kontinente unter der neuen Lithosphäre an, wodurch sie schwimmfähiger und haltbarer wird.
„Unsere Arbeit ist aus zwei Gründen wichtig“, sagte Capitano. „Erstens enthalten Kratone wichtige Metalle und andere Mineralien. Und zweitens erzählen sie uns, wie sich die Planeten in der Vergangenheit gebildet und verändert haben, einschließlich der Entstehung von Kontinenten, wie sie das Leben unterstützten, wie die Atmosphäre entstand und wie sie sich durch planetare Tektonik veränderte.
Daten, die vor einigen Jahren von Wissenschaftlern aus den Vereinigten Staaten und Frankreich gesammelt wurden, zeigen ein komplexeres Bild der Bewegung tektonischer Platten als bisher angenommen. Es ist noch lange nicht vollständig verstanden, aber dank Computersimulationen haben Wissenschaftler einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.
2022-09-23 16:44:14
Autor: Vitalii Babkin