Kooperationen sind ein naheliegender Weg, um Kosten und Risiken der Automobilhersteller beim Übergang von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe zu reduzieren, sodass Allianzen in diesem Bereich auch von bisher nicht kooperierten Unternehmen geschlossen werden. Im Fall von Daimler und Mitsubishi Fuso sprechen wir von Unternehmen des gleichen Konzerns, daher ist eine gemeinsame Anstrengung zur Aufgabe des Verbrennungsmotors für beide Marken durchaus zu erwarten.
Daimler besitzt Mitsubishi Fuso, den drittgrößten Lkw-Hersteller in Asien, der jährlich 100.000 Lkw und Busse verkauft. Neben Japan sind die Produkte der Marke auch in Südostasien und Taiwan beliebt. Der erste elektrische Mitsubishi Fuso-Lkw kam 2017 auf den japanischen Markt, aber seitdem wurden nicht mehr als 300 Exemplare verkauft. Nach Angaben japanischer Beamter verursacht der Verkehrssektor bis zu 20 % der Kohlendioxidemissionen des Landes, davon etwa 40 % aus dem Güterverkehr. Die japanischen Behörden beabsichtigen, bis 2040 den Verkauf von ausschließlich mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Lkw auf dem Inlandsmarkt einzustellen. Batterie- und Wasserstoff-Lkw werden mit Hybriden auskommen.
Bei der Umrüstung von Nutzfahrzeugen auf Elektroantrieb und Wasserstoffkraftwerke hinken japanische Autohersteller den chinesischen noch immer hinterher. Seit 2005 besitzt Daimler das Geschäft von Mitsubishi Fuso, aus diesem Grund wird die Elektrifizierung der Modellpalette der Nutzfahrzeuge dieser japanischen Marke nach den Plänen des Mutterkonzerns erfolgen. Bis 2030 soll der Anteil von Elektro- und Wasserstoff-Lkw im Kleinraumbereich auf 30 % gesteigert werden. In der zweiten Hälfte der 30er Jahre wird der Verkauf neuer Lkw mit Verbrennungsmotor komplett abgelehnt. Bereits im nächsten Jahr wird Mitsubishi Fuso mit dem aktiven Vertrieb von Elektro-Lkw beginnen und 2027 den ersten Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw auf den japanischen Markt bringen. Dabei kommen auch von Daimler entwickelte Komponenten zum Einsatz. Die deutsche Muttergesellschaft im Heimatmarkt stellt bis 2039 die Produktion von Verbrennungsmotoren ein.
2021-12-26 16:32:23
Autor: Vitalii Babkin