Ein Forscherteam der Universität Hokkaido und des Gunma Museum of Natural History in Japan und der Carleton University in Kanada hat bei einem alten Verwandten des Krokodils Hinweise auf anatomische Teile gefunden, die es ihm ermöglichten, weiter zu atmen, wenn die Beute in seinem Maul ertrank. In ihrem Artikel beschreiben die Wissenschaftler die Untersuchung der Anatomie des 1993 in Wyoming gefundenen Fossils Amphicotylus milesi.
Frühere Forschungen haben gezeigt, dass das Fossil von A. milesi eine neue Art ist, die zu einer frühen Gruppe von Krokodilverwandten gehört, die als Goniofolididen bekannt sind.
Sie alle lebten während der Jura- und Kreidezeit in verschiedenen Teilen der nördlichen Hemisphäre. Sie alle hatten auch Körper, die darauf hindeuteten, dass sie lange, kurzbeinige Meeresbewohner waren. Das Fossil von A. milei erwies sich als das vollständigste Goniofolidid-Skelett, das jemals gefunden wurde.
Seine Länge beträgt ungefähr 2,3 Meter und während des Lebens würde die Kreatur ungefähr 230 kg wiegen. In der neuen Studie haben sich die Wissenschaftler die Anatomie von Kopf und Hals genauer angeschaut.
Bei modernen Krokodilen sind die Nasenlöcher nicht wie bei den meisten anderen Tieren umgedreht und befinden sich an der Schnauze. Sie werden zum Atmen verwendet, wenn das Krokodil im Wasser ist.
Außerdem haben sie eine Gaumenklappe im Rachen, mit der das Krokodil am Strand durch den Mund atmen kann. An Land ist das Ventil geöffnet.
Einmal im Wasser, schließt sich das Ventil und verhindert, dass Wasser aus dem Mund in die Lunge gelangt. Natürlich konnten die Forscher die Gaumenklappe nicht sehen; sein Aussehen ist längst verloren.
Aber sie fanden Schädelmerkmale, die denen eines modernen Krokodils ähnelten, und eine Struktur an der Spitze seines Mauls, die der moderner Krokodile ähnelte.
Wissenschaftler haben in Amphicotylus milesi auch einen kurzen Knochen gefunden, der die Zunge moderner Krokodile stützt. All dies zusammengenommen bietet starke Beweise für eine Gaumenklappe.
Der Fund könnte helfen zu erklären, wie die Goniofolididen das Massensterben überlebten, das die Dinosaurier in der späten Kreidezeit auslöschte – sie konnten sogar während der Nahrungsaufnahme im Wasser bleiben.
Die Studie wurde in der Zeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht.
2021-12-25 23:35:45
Autor: Vitalii Babkin