Google hat beschlossen, den Testumfang des innovativen Videokommunikationssystems Project Starline zu erweitern – jetzt wird es nicht nur von Mitarbeitern des Unternehmens selbst, sondern auch von seinen Partnern, darunter Salesforce, WeWork, T-Mobile und Hackensack Meridian Health, genutzt .
Ursprünglich wurde Project Starline im Rahmen von Googles I/O-Event im vergangenen Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt, aber inmitten der unmittelbareren Ankündigungen von Wear OS und Android erhielt die Initiative nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätte. Trotzdem lehnte der Entwickler es nicht ab und beschloss, den Umfang seiner Tests zu erweitern, indem er Drittteilnehmer anzog. Darüber hinaus stellte das Unternehmen fest, dass es daran arbeitet, das System zugänglicher zu machen, und dies ist angesichts der Menge an teurer Ausrüstung, die für den Betrieb erforderlich ist, sinnvoll.
Project Starline ist ein Videokommunikationssystem, das die realistischste Bild- und Tonübertragung bietet. Ingenieure haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Gefühl zu erzeugen, dass der Gesprächspartner direkt vor dem Benutzer steht. Um das Ziel zu erreichen, musste eine komplexe Struktur gebaut und in einer Kabine von mehr als 2 x 2 m platziert werden. Dies ist derzeit noch ein „Forschungsprojekt“, sagt Google.
Auf der Bildschirmseite der Videokabine befinden sich 14 Kameras und 16 Infrarotprojektoren, die zusammenarbeiten, um das 3D-Bild des Benutzers in Echtzeit zu erfassen und zu verfolgen. Für den Ton sind vier Mikrofone und zwei Lautsprecher zuständig: Sie geben nicht nur Sprache wieder, sondern verwenden räumliche Klangalgorithmen, die das Gefühl erzeugen, dass die Sprache direkt aus dem Mund einer Person auf dem Bildschirm kommt. Merkwürdig ist auch, dass bei der Verwendung herkömmlicher Videokommunikationsmittel die Kamera über dem Display den Sitzungsteilnehmern keinen vollständigen Blickkontakt ermöglicht: Die Person blickt entweder in die Kamera oder auf den Bildschirm. Im Fall von Project Starline korrigiert das System die Position des dreidimensionalen Bildes des Gesprächspartners, und auch der Blickkontakt wird recht plausibel wiedergegeben.
Für die Verarbeitung der Daten ist eine leistungsstarke Workstation mit zwei Intel-Xeon-Prozessoren und vier NVIDIA-Grafikkarten zuständig: ein Paar Quadro RTX 6000 und ein Paar Titan RTX. Das Bild wird auf einem autostereoskopischen 65-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 8K und einer Frequenz von 60 Hz angezeigt. Auf diese Weise können Sie ein dreidimensionales Bild des Gesprächspartners in voller Größe erstellen und ihn ohne Brille sehen. Es ist im Wesentlichen eine größere Version des Nintendo 3DS-Displays, jedoch ohne Einschränkungen, da das System die Position des Kopfes des Benutzers verfolgt.
Bei der Implementierung des Systems hat Google seine Aufgabe dennoch etwas vereinfacht, indem es die Position des Benutzers auf eine starr befestigte Bank beschränkte und eine kleine Barriere vor dem Bildschirm installierte, sodass der Unterkörper des Gesprächspartners scheinbar unter das Display ging. Darüber hinaus verfügt das System über eine speziell abgestimmte Beleuchtung zur optimalen Erfassung von 3D-Texturen – dies wird auch durch Infrarotbeleuchtung erleichtert. Das Ergebnis kann sich natürlich sehen lassen: Menschen, die Videokommunikation im Project Starline ausprobieren konnten, sagen, dass die Wirkung von Präsenz wirklich glaubwürdig ist. Und bald wird die Zahl der positiven Bewertungen zunehmen: Das Unternehmen hat Partnerschaften mit Salesforce, WeWork, T-Mobile und Hackensack Meridian Health vereinbart, die verschiedene Branchen vertreten. Zuvor wurde das System nur von Mitarbeitern von Google selbst genutzt.
2022-10-14 16:35:21
Autor: Vitalii Babkin