Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat ein Projekt gestartet, um die Geräusche von Pottwalen zu entschlüsseln. Die Initiative heißt Project CETI (Cetacean Translation Initiative). Ziel ist es, eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die in der Lage ist, die Klicks zu entschlüsseln, mit denen Pottwale miteinander kommunizieren, auch als "Codes" bekannt. Dazu bewaffneten sich die Forscher mit dem Natural-Language-Processing-Programm NLP (Natural-Language Processing) – einer Art KI, geschärft für die Analyse von geschriebener und gesprochener Sprache.
Die Ziele des Projekts sind vielversprechend, aber es gibt ein Hindernis: Es braucht Daten. Viele Daten. Das erste Ziel von CETI ist es, vier Milliarden Pottwal-Codes zu sammeln. Zuvor wurden im Rahmen des Dominica Pottwal-Projekts bereits rund 100.000 Codes gesammelt. Im Vergleich dazu wurde GPT-3 - ein fortschrittliches Modell zur Verarbeitung natürlicher Sprache - an 175 Milliarden menschlichen Wörtern trainiert.
Als nächstes müssen die Wissenschaftler die gesammelten Codes in einen Kontext setzen. Wörter ohne Kontext haben schließlich keine Bedeutung. Und dies wird Jahre der Erforschung des natürlichen Lebensraums von Pottwalen erfordern.
Wenn das CETI-Projekt erfolgreich das Finale erreicht, könnte das Modell der "Wal"-Sprache die Wahrnehmung der Menschen zur Natur und unseren Umgang mit ihr für immer verändern. „Wenn wir plötzlich feststellen, dass eine ganze Wal-Zivilisation vor unserer Nase steht, führt dies vielleicht zu einer veränderten Einstellung gegenüber der Umwelt und einem größeren Respekt vor der Tierwelt“, sagt Michael Bronstein, Leiter des Bereichs Machine Learning bei CETI.
2021-10-31 08:17:12
Autor: Vitalii Babkin