Der renommierte Flugzeughersteller Airbus eröffnet einen weiteren Standort in Großbritannien, um Wasserstofftechnologie für den Luftverkehr der nächsten Generation zu entwickeln. Ein weiteres Zero Emission Development Center (ZEDC) hat bereits mit der Entwicklung der Wasserstoffenergie begonnen.
Eines der Hauptziele des Zentrums war das „kostengünstige kryogene Kraftstoffsystem“, das die Flugzeuge der ZEROe-Serie benötigen werden und deren kommerzieller Einsatz bis 2035 beginnen soll.
Das ZEDC im Vereinigten Königreich wird sich ähnlichen Einrichtungen in Spanien, Deutschland und Frankreich anschließen, wobei die Zentren voraussichtlich 2023 für Bodentests des ersten voll funktionsfähigen kryogenen Wasserstofftanks bereit sein werden, wobei die Flugtests 2026 beginnen sollen.
Geforscht wird vor dem Hintergrund wiederholter Äußerungen von Umweltschützern zu den schädlichen Auswirkungen von Flugabgasen auf die Umwelt. Erst diese Woche verklagten Umweltaktivisten die Fluggesellschaft KLM mit dem Vorwurf, das niederländische Unternehmen habe Fluggäste über die Auswirkungen des Fliegens auf die Umwelt getäuscht.
Airbus-Vertreter haben bereits gesagt, dass die Luftfahrt ernsthaften Hindernissen gegenüberstehen könnte, wenn sie sich nicht im erforderlichen Tempo ändern kann. Das Unternehmen arbeitet daran, den Treibstoffverbrauch von Verkehrsflugzeugen zu senken und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Airbus-Flugzeuge, die derzeit in Produktion sind, unterstützen bereits bis zu 50 % nachhaltigen Treibstoff (SAF), mit Plänen, diesen Anteil bis zum Ende des Jahrzehnts auf 100 % zu erhöhen.
Wasserstoff als Energieträger ist vielseitig in verschiedenen Industrien einsetzbar und kann auf vielfältige Weise hergestellt werden. Bisher basiert der größte Teil der Wasserstoffproduktion auf der Nutzung fossiler Brennstoffe, künftig soll er per Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden, wobei der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt.
Airbus ist nicht das einzige Unternehmen, das nach Möglichkeiten sucht, Wasserstoff in der Luftfahrt einzusetzen. Wasserstoffbasierte Lösungen werden sowohl von großen Holdings als auch von kleineren Unternehmen wie ZeroAvia entwickelt, deren sechssitziges Wasserstoffflugzeug im Herbst 2020 seinen Erstflug absolvierte.
2022-05-27 08:12:09
Autor: Vitalii Babkin