Seit mehr als einem halben Jahrhundert schickt die Menschheit Satelliten und Fluggeräte mit Trägerraketen ins All. Das Startup SpinLaunch hat eine alternative Lösung entwickelt - ein "kinetisches" System, um Objekte in den Weltraum zu schicken. Der Prototyp des Systems hat bereits den ersten Teststart durchgeführt.
Eine alternative Lösung, SpinLaunch, wird seit 2015 entwickelt. Das Unternehmen plant, Objekte mit einem riesigen elektrisch angetriebenen Beschleuniger ins All zu bringen. Es wird erwartet, dass die Entwicklung eine Vervierfachung des Treibstoffverbrauchs und eine Verzehnfachung der Gesamtkosten für Starts im Vergleich zu herkömmlichen Raketen ermöglichen wird. Gleichzeitig wird es möglich sein, buchstäblich jeden Tag Starts ins All durchzuführen.
Zunächst baute das Unternehmen einen suborbitalen Beschleuniger Suborbital Accelerator, eine scheibenförmige Vakuumkammer von der Größe eines großen Gebäudes mit einer Abschussröhre, aus der mit hoher Geschwindigkeit gedrehte Objekte herausfliegen. Die Geschwindigkeit wird bis zu 8047 km/h erreicht.
Das größere System, der L100 Orbital Mass Accelerator, wird nach ähnlichen Prinzipien arbeiten und wird entwickelt, um Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 200 kg in die Umlaufbahn zu bringen. Das Unternehmen behauptet, dass moderne Kompaktkondensatoren, Chips und Satellitenwiderstände durchaus in der Lage sein werden, großen Überlastungen beim Start zu widerstehen - dies wurde durch zahlreiche Experimente bestätigt.
Die Idee, Objekte ohne Raketen oder mit Raketen mit minimaler Treibstoffzufuhr in die Umlaufbahn zu bringen, wurde bereits in der Vergangenheit untersucht. Insbesondere in den 1960er Jahren versuchten die Vereinigten Staaten und Kanada, ein gemeinsames Projekt umzusetzen, bei dem es sich um eine riesige "Weltraumkanone" handelte, mit der Objekte in den Weltraum geschossen werden sollten. Das Konzept wurde während der Zeit von Saddam Hussein für das irakische Projekt Babylon übernommen, aber nach dem Tod des Chefingenieurs eingestellt.
Im Rahmen des von SpinLaunch am 22. Oktober durchgeführten Experiments wurde die Rakete von einem Standort in New Mexico (USA) gestartet, erreichte Überschallgeschwindigkeiten und wurde nach der Landung erfolgreich wiederverwendet. Die nächsten Testflüge werden 2022 durchgeführt. An den Experimenten nehmen Flugzeuge für verschiedene Zwecke teil. Die ersten kommerziellen Markteinführungen sind für Ende 2024 geplant.
2021-11-10 15:32:49
Autor: Vitalii Babkin