Nach Samsung hat SK hynix damit begonnen, Rechenbeschleuniger in Speicherchips zu integrieren. Die Logik der Aktionen ist einfach - die Computerarchitektur von von Neumann ist für die Lösung einer Reihe von Problemen hoffnungslos veraltet. Rechenbeschleuniger direkt auf Speicherchips zu platzieren, spart Energie und vervielfacht die Leistung bestimmter Operationen – das ist die Zukunft für viele Anwendungen der künstlichen Intelligenz.
Vor genau einem Jahr hat Samsung den ersten Speicher mit PIM-Blöcken (Processing In Memory) vorgestellt. Diese Ehre ging an die HBM3-Speicherchips. Wie Sie wissen, ist HBM-Speicher gestapelt, sodass der Beschleunigerkristall den Chip-Footprint nicht vergrößert und die Dichte des Speicherchips praktisch nicht beeinflusst hat. Beim SK hynix PIM-Speicher ist alles etwas anders, aber das hat seine unbestreitbaren Vorteile.
SK hynix integriert als erster einen Beschleunigerblock in GDDR6-Speicher. Übrigens nannte sie diesen Block „Accelerator in Memory“ oder Accelerator in Memory (AIM), was nichts an der Essenz ändert. Offensichtlich hat der Beschleuniger einen Teil der Nutzfläche des Kristalls aus dem DRAM-Zellenarray weggenommen - dies ist kein Stapelspeicher. Aber auf der anderen Seite können Sie mit der SK hynix-Lösung Grafikkarten und Beschleuniger mit GDDR6-AIM-Speicher ausstatten, die sich bei KI- und maschinellen Lernaufgaben so gut bewährt haben. Darüber hinaus bringt es den PIM-Speicher näher an Computer und sogar Smartphones heran, was die KI-Fähigkeiten der Mobiltechnologie auf neue Höhen heben wird.
Laut SK hynix beschleunigt die Verwendung von GDDR6-AIM-Speicher bei einer Reihe von Aufgaben die Berechnungen um das bis zu 16-fache, während der Verbrauch um bis zu 80 % reduziert wird. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit steigt auf 16 Gb/s, worüber das Unternehmen auf der am 20. Februar in San Francisco beginnenden Konferenz ISSCC 2022 ausführlich zu sprechen verspricht. Außerdem ist die GDDR6-AIM-Versorgungsspannung noch kleiner geworden und beträgt 1,25 V statt 1,35 V bei herkömmlichem GDDR6-Speicher.
Da In-Memory-Computing noch nicht zum Industriestandard geworden ist, hat sich SK hynix mit Koreas SAPEON zusammengetan, um GDDR6-AIM-Speicherlösungen zu fördern. SAPEON wurde kürzlich von der SK Telecom Corporation als unabhängiger Entwickler von KI-Chips ausgegliedert. Gemeinsam stellen sie eine praktische Lösung vor, die auf einem Speicher mit Beschleuniger basiert. Es wird angenommen, dass moderne Betriebssysteme einen solchen Speicher problemlos unterstützen können, da die Hauptlast auf die im Speicher integrierten Controller und nicht auf die CPU oder GPU fallen wird.
2022-02-16 12:16:04
Autor: Vitalii Babkin