Schwarze Löcher können nur durch indirekte Zeichen erkannt werden, da sie im optischen Bereich und für Funkempfänger unsichtbar sind. Es ist relativ einfach, das Innere von Galaxien und Sternhaufen zu beobachten. Schwarze Löcher verhalten sich dort wie Elefanten im Porzellanladen. Aber im freien interstellaren Raum galt es als schwierige Aufgabe, ein schwarzes Loch zu entdecken, das für astronomische Instrumente unsichtbar war. Dazu brauchte es Glück und sie wandte ihr Gesicht den Wissenschaftlern zu.
Im Jahr 2011 entdeckten zwei unabhängige Projekte – Microlensing Observations in Astrophysics (MOA) in Neuseeland und Optical Gravitational Lensing Experiment (OGLE) in Chile – einen helleren Stern. In den nächsten sechs Jahren beobachteten Wissenschaftler diesen Stern mit dem Hubble-Weltraumteleskop. Es stellte sich heraus, dass der Stern nicht nur die Helligkeit, sondern auch seine scheinbare Position am Himmel leicht veränderte. Beide Faktoren deuteten darauf hin, dass sich irgendwo im Weltraum vor diesem Stern ein unsichtbares massives Objekt befindet, dessen Schwerkraft das vom Stern kommende Licht bricht. Das ist die sogenannte Gravitationsmikrolinse.
Mikrolinsen können von Sternen erzeugt werden, beispielsweise solchen in ihrem Extinktionsstadium, oder von kleinen Neutronensternen, Exoplaneten und sogar Asteroiden. Wir werden all dies nicht in Teleskopen sehen, obwohl sich der Mikrolinseneffekt manifestieren wird. Um die Quelle dieses Effekts zu verstehen, werden Modelle basierend auf Messungen der Helligkeit des verzerrten Objekts und Sprünge in seiner scheinbaren Position am Himmel erstellt.
Berechnungen von Astronomen haben gezeigt, dass der Effekt der Gravitationsmikrolinse für den beobachteten Bereich des interstellaren Raums ein Objekt mit einer Masse von etwa sieben Sonnenmassen erzeugt. Das ist die Standardmasse für Schwarze Löcher, die auch Neutronensterne und Weiße Zwerge von der Liste der „Schuldigen“ ausschließt. Die Entfernung zum Objekt erwies sich als relativ gering - etwa 5000 Lichtjahre. Seine Unsichtbarkeit im optischen Bereich und die errechnete Masse ließen den Schluss zu, dass Astronomen tatsächlich das erste „wandernde“ Schwarze Loch der Geschichte entdeckt haben.
2022-02-08 13:20:39
Autor: Vitalii Babkin