Ein internationales Forscherteam hat Hinweise darauf gefunden, dass Kürbis- oder Sattelkröten (Brachycephalus) schlecht springen können, weil ihre inneren Gehörgänge zu klein sind. In ihrem in der Zeitschrift Science Advances veröffentlichten Artikel beschreibt die Gruppe eine Studie zur Anatomie des Innenohrs von fast 150 Fröschen und Kröten. Forscher glauben, dass die inneren Gehörgänge von Kürbiskröten zu klein sind, als dass sie anmutig landen könnten.
Kürbiskröten, auch Shortheads genannt, die in Teilen Brasiliens beheimatet sind, sind winzige, münzgroße Frösche (durchschnittlich 10-15 mm), die für ihre sehr schlechten Landefähigkeiten nach dem Springen bekannt sind.
Das Zeitlupenvideo zeigt, wie sie nach dem Sprung in der Luft nicht versuchen, sich zu orientieren, sondern zufällig auf der Oberfläche landen, auf die sie treffen.
Die Forscher vermuteten, dass ihre Probleme mit dem Innenohr zusammenhängen könnten, und begannen, die halbkreisförmigen inneren Gehörgänge von 147 Arten von Kröten und Fröschen zu untersuchen.
Der innere Gehörgang bei Tieren hat eine halbkreisförmige Form und ist mit Flüssigkeit gefüllt. Wenn sich das Tier bewegt, bewegt sich die Flüssigkeit und stimuliert die Nervenzellen, die den Kanal auskleiden. Dies gibt ein Gefühl der Ausgeglichenheit.
In ihrer Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass Kürbiskröten die kleinsten Bogengänge aller von ihnen untersuchten Lebewesen haben. Und ihre Hochgeschwindigkeitskameras filmten Zeitlupenvideos, die zeigten, dass die Änderungen in der Rotationsgeschwindigkeit der winzigen Frösche die geringsten in der gesamten Gruppe waren.
Hohe Rotationsgeschwindigkeiten sind für springende Kreaturen notwendig, um ihnen Zeit zu geben, sich zu orientieren, bevor sie auf den Boden zurückkehren. Die Wissenschaftler stellen fest, dass frühere Arbeiten gezeigt haben, dass Kröten mit beschädigten inneren Gehörgängen auf die gleiche Weise wie Kürbiskröten landeten.
Die Forscher spekulieren, dass die Gehörgänge kleiner Frösche im Laufe der Evolution kleiner wurden und sich weniger Flüssigkeit im Gehörgang befand, was das Wackeln und Fließen der Flüssigkeit erschwerte, was zu einem geringeren Gleichgewichtssinn führte.
Bei Fröschen führt dies zu einer verminderten Fähigkeit, sich in eine gute Landeposition zu drehen.
Die Forscher spekulieren auch, dass der Frosch, weil er immer noch existiert, andere Mittel zur Selbsterhaltung entwickelt hat, wie z. B. giftige Haut, die das starke Gift Tetrodotoxin und eine leuchtend orangefarbene Tarnung enthält.
Die Studie ist in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.
2022-06-25 19:29:11
Autor: Vitalii Babkin