Die Modulfamilie Xilinx Kria erschien im vergangenen Frühjahr, neue Elemente wurden als Plattform für die schnelle Entwicklung von Peripheriegeräten (Edge) positioniert, insbesondere für solche im Zusammenhang mit Bildverarbeitungssystemen. Gestern wurde ein neues Kria KR260-Modul vorgestellt, das speziell für die Robotik entwickelt wurde. Im Vergleich zum KV260-Modell verfügt die Basisplatine der Neuheit über erweiterte Fähigkeiten, insbesondere im Hinblick auf das Netzwerk-Subsystem.
Als Basis dient nach wie vor das Kria K26 SoM auf Basis des Zynq UltraScale+ FPGA, aber im Gegensatz zum KV260 verfügt das neue KR260 nicht über einen, sondern über zwei 240-Pin-Anschlüsse. Die Anzahl der 1-GbE-Schnittstellen ist auf vier angewachsen, wobei zwei Anschlüsse die Industrieversion unterstützen, und die fünfte Ethernet-Schnittstelle (10 GbE) wird im SFP + -Formfaktor hergestellt. Es gibt Unterstützung für TSN. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Unterstützung von Hochgeschwindigkeits-SLVS-EC-Bildverarbeitungsmodulen (bis zu 860 Mpix/s) gegenüber herkömmlichen Modulen mit MIPI-Schnittstelle.
Erwähnenswert ist auch das Vorhandensein einer großen Anzahl von Steckverbindern sowohl für den Anschluss von Sensorsystemen, beispielsweise Lidar, als auch für Leistungsschalter, die Antrieben dienen. Die Plattform implementiert ein vollständig vorhersagbares internes Netzwerk und kann auch als Teil eines Clusters aus mehreren KR260-Boards arbeiten. Es ist fortschrittliche Hardware verfügbar, um Prozessoren von Nebenaufgaben wie Bewegungsplanung oder Sensorfusion zu entlasten.
Die Kosten für die Neuheit sind ziemlich hoch: Das K26-Modul selbst kostet 300 US-Dollar in der Basisversion oder 420 US-Dollar in der geschützten Version (von -40 bis +100 °C), und das KR260-Board kostet weitere 349 US-Dollar. Damit erhält der Käufer aber ein komplettes und leistungsstarkes System, das über viele IO-Ports verfügt und die Videoverarbeitung von mehreren HD-Kameras gleichzeitig unterstützt. Und dafür gibt es bereits einen Vorrat an fertigen Anwendungen. Es scheint, dass AMD ernsthaft auf den Markt für Roboterplattformen abzielt, wo es mit NVIDIA Jetson konkurrieren wird.
2022-05-19 18:24:28
Autor: Vitalii Babkin