Alle an der Studie teilnehmenden Kinder zeigten beeindruckende Ergebnisse während der Therapie. Die Behandlung ist eine nicht-invasive Neuromodulation der Wirbelsäule, um die Verbindungen zwischen dem Rückenmark und dem Gehirn neu zu gestalten.
Zerebralparese bleibt eine schwächende, unheilbare Krankheit – bisher steht nur eine symptomatische Therapie zur Verfügung, um die motorischen Funktionen des Kindes zu unterstützen. Zerebralparese entsteht aufgrund einer Schädigung des sich entwickelnden Gehirns und äußert sich in einer Gangstörung oder einer völligen Unfähigkeit, selbstständig zu gehen, einer Verlangsamung der Gesamtentwicklung und einer Sprachstörung.
Jetzt präsentieren Wissenschaftler des Medizintechnikunternehmens Spinex die Ergebnisse einer klinischen Pilotstudie einer patentierten, nicht-chirurgischen SCiP-Behandlung, die nicht-invasive spinale Neuromodulation mit einem kompakten Gerät und aktivitätsbasierter Neurorehabilitationstherapie kombiniert. EurekAlert schreibt über die Ergebnisse.
Die Therapie zielt darauf ab, die gestörte Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark in hochfunktionale Systeme umzuwandeln, erklären die Autoren.
An der Studie nahmen 16 Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren mit Zerebralparese unterschiedlichen Schweregrades teil. Die Behandlung wurde in einem Verlauf von acht Wochen durchgeführt. Vor und nach der Therapie bewerteten die Forscher Veränderungen der Symptome nach verschiedenen Merkmalen.
Verbesserungen wurden ausnahmslos bei allen Teilnehmern festgestellt. Abhängig vom Schweregrad der Zerebralparese wurden einige unabhängiger in der Fähigkeit, ohne Unterstützung zu gehen, andere verbesserten die Körperhaltung und Bewegungskoordination, die schwersten Patienten erlangten die Fähigkeit, ohne Unterstützung zu sitzen und Kopfbewegungen zu kontrollieren. Darüber hinaus zeigten letztere Interesse an der Interaktion mit Spielzeug und verbessertem Augenkontakt.
„Unser dreijähriger Sohn mit schwerer Zerebralparese hat beeindruckende Fortschritte gemacht. Dafür sind wir sehr dankbar und hoffen, dass bald auch andere Kinder diese Behandlungsmöglichkeiten erhalten“, so die Mutter einer der Teilnehmerinnen.
Wissenschaftler planen, im nächsten Jahr groß angelegte klinische Studien zu starten, die die Evidenzbasis für die behördliche Zulassung der Therapie bilden sollen.
Eine weitere häufige Störung im Kindesalter ist Autismus. Kürzlich haben Wissenschaftler Argumente für die Hypothese vorgelegt, dass sich die Störung im Mutterleib zu entwickeln beginnt.
2022-10-08 08:13:57
Autor: Vitalii Babkin