Das private Luft- und Raumfahrtunternehmen Astra Space startete erfolgreich die ultraleichte Trägerrakete Launch Vehicle 0007 (LV0007), bei der eine Testlast für das US-Militär in den Orbit gebracht wurde. Die 13-Meter-Rakete wurde am 20. November um 09:16 Uhr Moskauer Zeit vom Pacific Spaceport Complex auf der Insel Kodiak (Alaska) gestartet.
Ungefähr 9 Minuten nach dem Start erreichte die Oberstufe LV0007 eine Umlaufbahn von 500 km, was für Astra ein Riesenereignis war. „Wir sind einfach überwältigt vom Stolz auf LV0007 – Glückszahl sieben. Dies ist ein riesiger, riesiger Schritt in unserer Mission, das Leben auf der Erde aus dem Weltraum zu verbessern“, kommentierte Carolina Grossman, Direktorin für Produktmanagement bei Astra.
Astra wurde 2016 gegründet und zielt darauf ab, einen bedeutenden Teil des Luft- und Raumfahrtmarktes im Zusammenhang mit kleinen Satellitenstarts zu erobern. Dafür will das Unternehmen kompakte Trägerraketen eigener Konstruktion einsetzen. Darüber hinaus kann die gesamte Astra-Trägerrakete in herkömmlichen Schiffscontainern transportiert werden, was sie vielseitig einsetzbar macht und die Einsatzkosten senkt. Trotz der Tatsache, dass bevor alle Astra-Raketenstarts vom Kosmodrom in Alaska aus durchgeführt wurden, plant das Unternehmen in Zukunft, Raketen aus verschiedenen Teilen der Welt zu starten.
Astra hat bereits mehrere berühmte Kunden, darunter den American Planet, der die größte Satellitenkonstellation zur Beobachtung der Erdoberfläche besitzt. Die US-amerikanische National Aeronautics and Space Administration (NASA) hat Astra ausgewählt, um ihre Satelliten zur Überwachung von Niederschlägen und zur Beobachtung der Intensität von Stürmen zu starten. Im Rahmen dieser Mission soll Astra sechs Miniatursatelliten in die Umlaufbahn bringen, deren Start in der ersten Hälfte des nächsten Jahres geplant ist.
Der aktuelle Start war der vierte Test-Orbitalflug für Astra Space. Der erste Teststart fand im September 2020 statt, doch dann endete der Flug kurz nach dem Start aufgrund eines Ausfalls interner Systeme. Drei Monate später fand der nächste Test statt, und dann erreichte die Rakete praktisch die erforderliche Geschwindigkeit, aber wenige Sekunden zuvor ging ihr der Treibstoff aus. Der dritte Start erfolgte am 28. August 2021, und bereits während des Starts fiel eines der fünf Triebwerke der Rakete aus. Trotzdem konnte sie an Höhe gewinnen, der Flug wurde jedoch keine drei Minuten nach dem Start unterbrochen.
2021-11-20 16:23:20
Autor: Vitalii Babkin