Mit zunehmender Anzahl von Satelliten, die die Erde umkreisen, wird es für Astronomen schwieriger, Forschungen durchzuführen, von denen einige die Beobachtung potenziell gefährlicher Asteroiden beinhalten. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Forschungsdaten aus der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters.
Da die Größe der Starlink-Konstellation von SpaceX am schnellsten zunimmt, bewertete die Studie die negativen Auswirkungen dieser Geräte auf die Arbeit von Astronomen. Die Wissenschaftler bewerteten den Einfluss der Starlink-Raumsonde auf etwa 300.000 Bildern, die von Astronomen am Palomar-Observatorium in Südkalifornien aufgenommen wurden. Zwischen November 2019 und September 2021 stieg die Zahl der Bilder, die durch reflektierte Sonnenlichtstreifen beschädigt wurden, um das 35-fache. Es wird darauf hingewiesen, dass die reflektierten Bänder nicht immer den wissenschaftlichen Wert der Bilder gefährden, aber durchaus in der Lage sind, die Erkennung potenziell gefährlicher Asteroiden zu verhindern.
Ein Sprecher der US National Aeronautics and Space Administration (NASA) sagte, Satelliten könnten „bodengestützte Beobachtungen stören und die Unterscheidung zwischen künstlichen Fahrzeugen und natürlichen Objekten wie Asteroiden und Kometen erschweren“. „Obwohl sie für das bloße Auge meist unsichtbar sind, stören Satelliten die Beobachtungen von Amateur- und professionellen Astronomen“, sagte Connie Walker, Leiterin der Internationalen Astronomischen Union.
Die Autoren der Studie befürchten, dass die schnell wachsende Konstellation von Starlink-Satelliten die Beobachtungen der Wissenschaftler von der Erdoberfläche in Zukunft stärker beeinflussen wird. Gewisse Bedenken werden auch durch Pläne anderer Unternehmen wie Amazon und OneWeb hervorgerufen, eigene orbitale Satellitenkonstellationen zu schaffen. „Die Astronomie steht vor einem kritischen Punkt, an dem Beobachtungen immer mehr behindert werden und die Wissenschaft verloren geht“, sagt Connie Walker.
SpaceX hat derzeit die FCC-Genehmigung zum Start von 12.000 Starlink-Satelliten. Damit will das Unternehmen aber nicht aufhören und will künftig bis zu 42.000 Fahrzeuge ins Weltall schicken. Derzeit sind etwa 1.740 Starlink-Satelliten aktiv. Gleichzeitig brachte OneWeb, das auch ein Satellitennetzwerk für die Bereitstellung von Breitband-Internetzugangsdiensten aufbaut, 394 von 648 Fahrzeugen in den Orbit. Amazon plant, bis 2029 über 3.000 Satelliten zu starten. Darüber hinaus hat China im vergangenen Jahr seine Absicht angekündigt, ein Netzwerk von 13.000 Telekommunikationssatelliten aufzubauen.
2022-02-06 13:44:44
Autor: Vitalii Babkin