In diesem Jahr haben Dutzende von Filmunternehmen LiquidVPN wegen der Marketingrichtlinien des VPN-Anbieters verklagt, die als Pirateriepropaganda interpretiert werden könnten. Die Unternehmen fordern Schadensersatz in Höhe von 10 Millionen US-Dollar und argumentieren, dass die "No Logs"-Richtlinie von LiquidVPN nicht als Entschuldigung herangezogen werden kann, da der VPN-Anbieter sich entschieden hat, sie nicht zu behalten. Die Anwälte von LiquidVPN erschienen nicht vor Gericht, und die Kläger stellten einen Antrag auf Abwesenheitsentscheidung.
LiquidVPN ist ein VPN-Anbieter, der für den Zugriff auf seine Dienste keine Registrierung erfordert. Darüber hinaus sagen die Kläger, es "fördere fast die Online-Piraterie". Viele Internetnutzer verlassen sich aus verschiedenen Gründen auf Technologien wie TOR und VPNs, um zu verhindern, dass ihre Online-Aktivitäten verfolgt werden, vom Datenschutz bis hin zu illegalen Aktivitäten. Dabei werden sowohl ISPs als auch VPN-Dienstleister als neutrale Parteien behandelt. Das Geschäftsmodell von LiquidVPN basiert jedoch Berichten zufolge darauf, illegale Aktivitäten direkt zu fördern. In zahlreichen Anzeigen auf verschiedenen Websites wurde der Dienst als "das beste VPN für Torrenting" beworben, mit dem Sie "Inhalte entsperren können, die vom Anbieter verboten sind". Darüber hinaus garantiert der VPN-Dienst den Benutzern kein Risiko, vom ISP oder den Strafverfolgungsbehörden erwischt zu werden. Andernfalls versprach das Unternehmen, das Geld zurückzugeben.
Es überrascht nicht, dass im März dieses Jahres mehrere Filmfirmen beim Bezirksgericht Florida eine Klage gegen LiquidVPN eingereicht haben. Die Klage in Höhe von 9.900.000 US-Dollar stellt den maximalen gesetzlichen Schadensersatz von 150.000 US-Dollar für jedes der 66 in der Klage aufgeführten Werke dar. Darüber hinaus wird LiquidVPN auf 1.650.000 US-Dollar Nebenhaftung wegen Verstoßes gegen den US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act verklagt.
Die Kläger fordern von LiquidVPN, die Konten von Rechtsverletzern zu sperren und auf die Richtlinie "keine Protokolle" zu verzichten. Seltsamerweise ist die LiquidVPN-Website seit mehreren Wochen nicht verfügbar. Der VPN-Dienst des Unternehmens ist jedoch weiterhin in Betrieb.
2021-09-29 19:58:26
Autor: Vitalii Babkin