Bei einem Versuch, das Fehlen geologischer Aktivität auf dem Saturnmond Mimas nachzuweisen oder zu bestätigen, haben Wissenschaftler des Northwestern Research Institute (USA) "starke Beweise" dafür entdeckt, dass sich unter der Oberfläche des Objekts ein Ozean verstecken könnte. Wenn sich die Hypothese bestätigt, wird ein weiterer potenziell bewohnbarer Ort im Sonnensystem erscheinen.
Wissenschaftler wenden sich zunehmend dem Thema Planetensatelliten im Sonnensystem mit Anzeichen von unterirdischen Ozeanen zu. Die bekanntesten Objekte dieser Art sind der Saturnmond Enceladus und der Jupitermond Europa, die beide als Hauptkandidaten für Programme zur Suche nach außerirdischem Leben gelten. Laut Wissenschaftlern enthält Enceladus sogar die notwendigen Substanzen, um die Zusammensetzung des Meerwassers aufrechtzuerhalten, das aus seinen Geysiren in der Nähe des Südpols ausbricht.
Sowohl Enceladus als auch Europa zeigen Anzeichen geologischer Aktivität, was auf das wahrscheinliche Vorhandensein einer Wärmequelle hindeutet, die es flüssigem Wasser ermöglichen könnte, auf diesen Monden zu existieren. Aber die Oberfläche von Mimas ist buchstäblich mit Kratern übersät, von denen einer – Herschel – einen Durchmesser von 130 bis 140 km hat, was den Mond wie den Todesstern aus Star Wars aussehen lässt. Aufgrund der Fülle an Kratern hielten Wissenschaftler den Satelliten lange Zeit für geologisch inaktiv – nur für einen Eisblock.
Bei der Analyse der von der Raumsonde Cassini empfangenen Daten wurden jedoch geringfügige Schwankungen oder „Librationen“ in der Bewegung von Mimas festgestellt, die durch die gravitative Wechselwirkung mit Saturn verursacht wurden und höchstwahrscheinlich in Gegenwart eines Ozeans unter der äußeren Eisschicht in einer Tiefe möglich sind von 24 bis 31 km. Wissenschaftler sagen, dass diese Entdeckung weitere Suchen nach potenziell bewohnbaren Objekten in noch weiter entfernten und weniger erforschten Teilen des Sonnensystems anregen wird, zum Beispiel zwischen den Monden von Uranus.
2022-01-21 14:59:57
Autor: Vitalii Babkin