Die Technologie des sicheren isochoren Einfrierens von lebendem Gewebe gewinnt an Bedeutung. Wissenschaftler der University of California haben ein weiteres vielversprechendes Experiment durchgeführt. Es gelang ihnen, eine Probe künstlichen Gewebes, das die Arbeit eines lebenden Herzens nachahmt, einzufrieren, aufzutauen und erfolgreich zu pulsieren.
Gegenstand der Studie war das „Heart on a Chip“-System, bei dem es sich um eine große Gewebeprobe handelt, die aus adulten Stammzellen gezüchtet wurde. Es pulsiert analog zum Herzen selbst und ist mit mikrofluidischen Kanälen zum Pumpen verschiedener Medikamente durchzogen. Es stellt sich eine Art Prüfstand heraus, auf dem man das Verhalten des Herzens simulieren kann, ohne dieses Organ zu beschädigen.
Im Versuch wurde das Kunstherz in einer isochoren Kammer auf -3°C gekühlt, dann aufgetaut und nach 24, 48 und 72 Stunden im gefrorenen Zustand auf +37°C erwärmt. Die Analyse von Geweben zeigte, dass sich darin keine Eiskristalle bildeten und die Struktur der lebenden Materie selbst praktisch nicht verändert wurde. Interessanter ist, dass in 65-80% der Fälle das Schlagen eines künstlichen Herzens nach dem Auftauen beim ersten Versuch wieder aufgenommen wurde.
Noch ermutigender war für die Wissenschaftler, dass die Testproben empfindlich gegenüber Medikamenten wie Isoproterenol blieben, das die Herzfrequenz beeinflusst. Das heißt, ein sanftes Einfrieren hat die Hauptfunktion des Herzens nicht beeinträchtigt, und dies eröffnet unglaubliche Aussichten für eine Transplantation. In den USA zum Beispiel wird heute ein Spenderherz nicht umsonst von Kalifornien nach Florida transportiert, weil nur ein totes Stück Fleisch ankommt. Wenn es jedoch möglich wird, das Herz für 2-3 Tage sicher einzufrieren, wird dies die Situation im Bereich der Chirurgie radikal verändern.
2021-10-10 09:26:24
Autor: Vitalii Babkin