Die globale Erwärmung führt zu einem alarmierend schnellen Abschmelzen des arktischen Eises und der daraus resultierende Anstieg des Meeresspiegels verändert die Grenzen zwischen Meer und Land. Doch die Folgen könnten noch bedrohlicher sein, da das Schmelzen des Eises die Erdkruste physisch umformt.
Die oberste Schicht unseres Planeten ist hochelastisch. Beobachtungen haben gezeigt, dass sich die Erdkruste nach dem Abstieg und dem Abschmelzen von Gletschern nach außen biegt und nicht dazu neigt, in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren. Das Ausmaß dieser Deformationen hat die Erwartungen der Geologen übertroffen und kann das Ökosystem der Polarregionen erheblich beeinträchtigen.
Es hat sich gezeigt, dass sich die Erdkruste in den arktischen Regionen langsam wie ein Ballon ausdehnt. Diese Umwandlungen sind auf die Gewichtsabnahme der Gesteine aus der Eiszeit zurückzuführen, die vor 11.000 Jahren endete. Die globale Erwärmung führt zu einem noch stärkeren Abschmelzen der Gletscher und daher intensivieren sich die Prozesse der Expansion und Deformation, was unweigerlich die Landschaft verändert.
In vielen mathematischen Modellen wird die Erde als elastisches Objekt beschrieben, aber auf einer Zeitskala von Tausenden von Jahren fungiert sie eher als sich langsam verändernder flüssiger Körper. Die Reaktion auf das Ende der Eiszeit hat sich schon sehr lange entwickelt und hält bis heute an. Die Fähigkeit, das Verhalten einer elastischen "Erdkugel" zu beobachten, ist wichtig, um Veränderungen der Erdform zu verstehen, tektonische Verschiebungen, Erdbeben und den Klimawandel zu untersuchen und vorherzusagen.
Wenn das Eis der Antarktis heftig zu schmelzen beginnt und die Last entfernt wird, beginnt sich die Erdkruste zu biegen und die Felsen zu bewegen. Dadurch wird die Eisschale weiter verdrängt und ein geschlossener Kreislauf mit beschleunigtem Schmelzen eingeleitet.
2021-10-10 09:49:58
Autor: Vitalii Babkin