Spezialisten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) bereiten das Öffnen einer ganz besonderen "Zeitkapsel" vor - einem 50 Jahre alten Behälter mit einer Probe von Mondboden. Es ist seit 1972 intakt geblieben, als der amerikanische Astronaut Eugene Cernan während der Apollo 17-Mission Proben von der Oberfläche des Taurus-Littrow-Mondtals sammelte und sie in eine 70-Zentimeter-versiegelte Röhre steckte.
Bereits auf der Erde wurde das Röhrchen in einer größeren versiegelten Kammer platziert, in der Hoffnung, es bis zu der Zeit zu erhalten, in der fortschrittliche Technologien der modernen Welt eine tiefere Analyse von Proben ermöglichen.
Experten der ESA werden im Rahmen des Apollo Next-Generation Sample Analysis Programms der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit der Gewinnung von Mondbodenproben beschäftigt sein. Experten erwarten im Zuge dieser Arbeiten Erfahrungen, die es ermöglichen, in Zukunft neuartige Behälter zur Entnahme von Bodenproben anderer Himmelskörper zu entwickeln.
Wissenschaftler erwarten, in dem Behälter nicht nur feste Proben von Mondboden zu finden, sondern auch Wasserstoff, Helium und andere leichte Gase. Sie zu sammeln, wenn eine verschlossene Kammer geöffnet wird, ist jedoch nicht einfach. Ein halbes Jahrhundert alte NASA-Dokumentation, die von ESA-Spezialisten durchgesehen wurde, sagte nichts darüber aus, wie man Proben aus dem angegebenen Behälter entnehmen und gleichzeitig nicht die Gelegenheit verpassen sollte, auch den unsichtbaren Inhalt der "Zeitkapsel" zu studieren. Als Ergebnis entwickelten die Experten innerhalb von 16 Monaten ein Tool, das den ironischen Namen „Apollos Dosenöffner“ erhielt. Das Gerät, das einen verschlossenen Behälter schonend durchstechen soll, wurde im November ins Johnson Space Center in Houston, USA, gebracht.
Beim Öffnen eines Behälters mit Mondbodenproben ist geplant, ihn in eine spezielle Kammer zu stellen, die mit einem Abzug zum Sammeln von Gasen ausgestattet ist. Proben dieser Gase werden in mehreren Behältern verteilt, die dann zur Analyse an spezialisierte wissenschaftliche Labors auf der ganzen Welt geschickt werden.
Forscher der ESA und der NASA hoffen, dass die aus der Analyse von Mondbodenproben gewonnenen Informationen bei der Vorbereitung zukünftiger Mondmissionen helfen. Diese Daten können sich insbesondere bei der für 2023 geplanten Viper-Mission der NASA als nützlich erweisen. In seinem Rahmen ist geplant, einen Mondrover zu entsenden, um den Südpol des Erdsatelliten zu untersuchen.
2021-12-22 22:51:02
Autor: Vitalii Babkin