Astronomen haben ein neues Mehrplanetensystem in unserer galaktischen Nachbarschaft entdeckt, das nur 10 Parsec oder etwa 33 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, was es zu einem der uns am nächsten liegenden bekannten Mehrplanetensysteme macht.
Im Zentrum des Systems befindet sich ein kleiner, kühler M-Typ-Zwergstern namens HD 260655, und Astronomen haben herausgefunden, dass sein System mindestens zwei erdgroße terrestrische Planeten beherbergt. Nicht sicher, aber felsige Welten sind wahrscheinlich unbewohnbar, weil ihre Umlaufbahnen relativ zum Stern sind, wodurch die Planeten Temperaturen ausgesetzt sind, die zu hoch sind, um flüssiges Oberflächenwasser zu halten.
Dennoch sind Wissenschaftler von diesem System begeistert, da die Nähe und Helligkeit seines Sterns es ihnen ermöglichen wird, sich besser mit den Eigenschaften der Planeten und den Anzeichen einer möglicherweise enthaltenen Atmosphäre vertraut zu machen.
Beide Planeten in diesem System gehören aufgrund der Helligkeit ihres Sterns zu den besten Objekten, um die Atmosphäre zu untersuchen, sagt Studienautorin Michelle Kunimoto. Haben diese Planeten eine Atmosphäre, die reich an flüchtigen Stoffen ist? Und sind Anzeichen von Wasser oder Kohlenstoff vorhanden? Diese Planeten sind ein fantastisches Testgelände für solche Forschungen.
Das neue Planetensystem wurde ursprünglich vom Transiting Exoplanet Exploration Satellite (TESS) der NASA identifiziert, der darauf ausgelegt ist, die nächstgelegenen und hellsten Sterne zu betrachten und periodische Einbrüche in ihrem Licht zu erkennen, die den Transit eines Planeten signalisieren könnten.
Um zu bestätigen, dass die Signale von TESS tatsächlich von zwei umlaufenden Planeten stammten, untersuchten die Forscher Daten der Sterne HIRES und CARMENES. Beide Durchmusterungen messen das Gravitationswackeln des Sterns, auch bekannt als seine Radialgeschwindigkeit.
Jeder Planet, der einen Stern umkreist, hat eine leichte Anziehungskraft auf seinen Stern, erklärt Michelle Kunimoto. Was wir suchen, ist jede leichte Bewegung dieses Sterns, die darauf hindeuten könnte, dass er von einem planetaren Massenobjekt angezogen wird.
Aus beiden Archivdatensätzen fanden die Forscher statistisch signifikante Hinweise darauf, dass es sich bei den von TESS erfassten Signalen tatsächlich um zwei umlaufende Planeten handelte.
Das Team hat sich dann die TESS-Daten genauer angesehen, um die Eigenschaften beider Planeten zu bestimmen, einschließlich ihrer Umlaufzeit und Größe. Sie stellten fest, dass der innere Planet mit der Bezeichnung HD 260655b den Stern alle 2,8 Tage umkreist und etwa 1,2-mal so groß wie die Erde ist. Der zweite äußere Planet, HD 260655c, umkreist alle 5,7 Tage und ist 1,5-mal so groß wie die Erde.
Aus den Radialgeschwindigkeitsdaten von HIRES und CARMENES konnten die Forscher die Masse der Planeten berechnen, die in direktem Zusammenhang mit der Amplitude steht, mit der jeder Planet seinen Stern anzieht. Sie fanden heraus, dass der innere Planet etwa doppelt so massiv ist wie die Erde, während der äußere Planet eine Masse von etwa drei Erdmassen hat. Aus ihrer Größe und Masse schätzte das Team die Dichte jedes Planeten.
Der innere, kleinere Planet ist etwas dichter als die Erde, und der äußere, größere Planet ist etwas weniger dicht. Beide Planeten sind aufgrund ihrer Dichte wahrscheinlich terrestrisch oder felsig in ihrer Zusammensetzung.
Die Forscher berechneten außerdem anhand ihrer kurzen Umlaufbahnen, dass die Oberfläche des inneren Planeten eine Temperatur von 710 Kelvin (436 Grad Celsius) hat, während die Temperatur des äußeren Planeten etwa 560 K (286 Grad Celsius) beträgt.
Wir glauben, dass dieser Bereich außerhalb der bewohnbaren Zone zu heiß ist, als dass flüssiges Wasser an der Oberfläche existieren könnte, sagen die Wissenschaftler.
Aber es könnten noch mehr Planeten im System sein. Es gibt viele Mehrplanetensysteme mit fünf oder sechs Planeten, besonders um kleine Sterne wie diesen herum. Hoffentlich finden wir weitere Planeten, und einer davon befindet sich möglicherweise in der bewohnbaren Zone.
2022-06-16 19:07:55
Autor: Vitalii Babkin