AMD schweigt seit mehr als einem Monat zu Problemen mit Systemen, die unter Windows 10 und 11 mit aktiviertem fTPM einfrieren. Dies ist ein Trusted-Computing-Softwaremodul für die AM4-Plattform mit Ryzen-Prozessoren. Die Aktivierung von fTPM führte bei vielen Benutzern zu periodischen Systemabstürzen. AMD hat heute ein Update für die AGESA-Bibliotheken veröffentlicht, um das Problem zu beheben, und eine Reihe von Tipps zur sofortigen Behebung bereitgestellt.
Um die fTPM-Trusted-Computing-Funktion zu verwenden, ruft der AMD-Prozessor einen unveränderlichen sicheren Schlüssel aus dem BIOS-Block auf. Nach Angaben des Unternehmens war die erste Implementierung der Firmware fehlerhaft: Bei einer Reihe von Systemkonfigurationen können AMD Ryzen-Prozessoren „regelmäßig fTPM-bezogene erweiterte Speichertransaktionen im SPI-Flash-Speicher (SPIROM) auf dem Motherboard durchführen, was dazu führen kann zu vorübergehenden Unterbrechungen der Interaktivität oder Reaktion des Systems bis zum Abschluss der Transaktion.
Um das Problem zu lösen, stellte AMD den Motherboard-Herstellern aktualisierte Bibliotheken zur Verfügung. Es wird erwartet, dass neue BIOS-Versionen für AM4-Motherboards im Mai verfügbar sein werden, nachdem die Hersteller die aktualisierte Firmware ausgiebig getestet haben. Die neueste Motherboard-Software basiert auf AMD AGESA 1207 (oder neuer).
Um das Problem sofort zu beheben (abgesehen von der einfachen Deaktivierung der fTPM-Funktion), müssen Sie ein eigenständiges TPM 2.0-Modul erwerben und zu dessen Verwendung wechseln. Die fTPM-Funktion ist im BIOS deaktiviert und das physische TPM 2.0-Modul übernimmt die Kontrolle. Die Fallstricke dieser Methode bestehen darin, dass das Modul manchmal für viel Geld gekauft werden muss und nicht alle Motherboards und die überwiegende Mehrheit der Laptops über Anschlüsse und Unterstützung für die Installation solcher Module verfügen.
Vorsicht ist auch bei der Datenübertragung beim Wechsel von fTPM zu TPM geboten. Die Dateien können dann unwiederbringlich beschädigt werden. Das Unternehmen empfiehlt, dass Sie Ihre Daten vor dem Wechsel sichern und den Wechsel mit deaktivierten Verschlüsselungsmechanismen vornehmen. Dies gilt es vermutlich auch bei BIOS-Updates von Mainboards zu beachten, wenn diese ab Mai verfügbar sind.
2022-03-08 14:31:49
Autor: Vitalii Babkin