Styropor bzw. expandiertes Polystyrol (EPS) ist ein eher schädliches Material. Es ist billig und leicht, nicht abbaubar und nicht einfach zu recyceln. Neugierige Wissenschaftler der Georg-August-Universität haben eine Alternative gefunden – sie schlagen vor, aus Popcorn Schaum zu machen. Die Urheber der Idee – Professor Alireze Harazipour und sein Team – suchen seit 10 Jahren nach einer kostengünstigen und umweltfreundlichen Alternative zu expandiertem Polystyrol, und das ist dabei herausgekommen.
So entsteht Mais-Styropor: Zunächst werden Maiskörner zu Granulat zerkleinert. Außerdem dehnen sie sich mit Hilfe von Dampf unter Druck aus, und es kommt zu der uns bekannten „Explosion“, die wir auch in der Mikrowelle hören, wenn wir Popcorn zubereiten. Anschließend wird dem gequollenen Granulat ein pflanzliches Bindemittel zugesetzt, alles vermischt und die Mischung unter einer Presse in eine Form gegeben. Wenn alles eingestellt ist, ist der Block aus Mais-Styropor einsatzbereit.
Neben der offensichtlichen Umweltfreundlichkeit nimmt ein solches Bio-Produkt Wärme besser auf als klassischer Schaumstoff und ist nicht so brennbar. Auch Abfälle aus der Maisindustrie eignen sich für seine Produktion – zum Beispiel beschädigte Ähren, die nicht mehr in die Verkaufsregale geschickt werden können. Reste können kompostiert, recycelt, zu Biogas destilliert oder sogar als Tierfutter verwendet werden.
Das deutsche Unternehmen Bachl Group hat die Lizenz zur Herstellung von Maisschaum erhalten und plant nun, das Material für die Wärmedämmung von Gebäuden, als klassische Schutzverpackung sowie für Sportgeräte und Autoteile zu kommerzialisieren.
2022-04-10 14:00:14
Autor: Vitalii Babkin