Google ist in naher Zukunft in ernsthaften Schwierigkeiten. In Großbritannien und den Niederlanden sind zwei Klagen anhängig, in denen Online-Publisher im Zusammenhang mit angeblich unlauteren Werbepraktiken des Unternehmens Schadensersatz in Höhe von insgesamt 25,4 Milliarden US-Dollar fordern.
Die Werbepolitik von Google, dem weltweit größten Verkäufer von Online-Werbung, wird von den Kartellbehörden nach wiederholten Beschwerden von Online-Publishern unter die Lupe genommen. Insbesondere die französische Regulierungsbehörde hat dem Unternehmen bereits im vergangenen Jahr eine Geldbuße in Höhe von 220 Millionen Euro auferlegt, und die Europäische Kommission und die zuständigen britischen Behörden untersuchen, ob das Werbegeschäft von Google allen Marktteilnehmern Wettbewerbsvorteile verschafft.
Geradin Partners, der die Kläger vertritt, sagte, es sei Zeit für Google, Verantwortung zu übernehmen und Wiedergutmachung für die Branche zu leisten.
Google kritisierte die Initiative und sagte, dass sie konstruktiv mit Verlagen in ganz Europa zusammenarbeiten und die Klage selbst „spekulativ und opportunistisch“ sei. Dem will das Unternehmen aktiv entgegentreten.
Die Klage vor dem UK Court of Appeal sieht eine Entschädigung für alle Websitebesitzer mit Bannerwerbung vor, einschließlich traditioneller Publisher. Wer möchte, kann sich jedoch weigern, an dem Verfahren teilzunehmen. Dagegen steht die Klage in den Niederlanden aufgrund der gängigen Praxis den von Googles Maßnahmen betroffenen Publishern offen. In beiden Fällen werden die Klagen mit Unterstützung von Harbor vorbereitet, einem der Unternehmen, die im Falle eines Sieges in Gerichtsverfahren an den Entschädigungsanteilen verdienen.
2022-09-13 12:55:25
Autor: Vitalii Babkin