Wissenschaftler des Biotechnologie-Startups Cortical Labs haben im Labor eine Kultur (Population) menschlicher Gehirnzellen gezüchtet und ihnen das Pong-Spielen beigebracht. Die Forscher sagen, dass sie zum ersten Mal gezeigt haben, dass ein "Mini-Gehirn" trainiert werden kann, um bestimmte Aufgaben auszuführen.
Die Kultur mit 800.000 Zellen hieß DishBrain und war mit einem System verbunden, auf dem das Computerspiel Pong lief. Die an die Neuronen gesendeten elektrischen Impulse zeigten die Position des Balls im Spiel an, und das zellulare Array bewegte den virtuellen Schläger in Abhängigkeit von den eingehenden Daten auf und ab. Als der Ball den Schläger traf, erhielt DishBrain einen starken Feedback-Impuls, und wenn er ihn verfehlte, war er schwach und hatte einen zufälligen Wert.
Wissenschaftler betonen, dass die Kultur zu primitiv ist, um ein volles Bewusstsein zu erlangen, aber ihre Fähigkeiten reichen aus, um das Spiel innerhalb von 5 Minuten zu lernen. Nach einer 20-minütigen Pong-Sitzung zeigte die Zellpopulation eine Verbesserung der Fähigkeiten – laut den Autoren der Studie deutet dies auf eine Reorganisation der Zellen, die Entwicklung der biologischen Anordnung und ihre erhebliche Lernfähigkeit hin.
DishBrain wird verwendet, um zu untersuchen, wie seine kognitiven Fähigkeiten (die Fähigkeit, ein Computerspiel zu spielen) durch Alkohol und verschiedene Drogen beeinträchtigt werden – Wissenschaftler wollen verstehen, ob diese Kultur als Ersatz für das menschliche Gehirn angesehen werden kann. Es ist möglich, dass solche organischen Fragmente in Zukunft nützlich sein werden, um Behandlungen für verschiedene Krankheiten wie die Alzheimer-Krankheit zu testen.
Parallel dazu züchteten Forscher der Stanford University (USA) menschliches Hirngewebe aus Stammzellen und implantierten sie in neugeborene Ratten. Diese sogenannten Gehirnorganoide konnten sich in das eigene Gehirn der Nagetiere integrieren, und einige Monate später stellte sich heraus, dass die Organoide etwa ein Drittel beider Hemisphären des Rattengehirns einnahmen und mit ihrem eigenen Gehirngewebe interagierten. Solche Organoide könnten verwendet werden, um neurodegenerative Erkrankungen zu untersuchen und Medikamente zur Behandlung neuropsychiatrischer Pathologien zu testen. Wissenschaftler wollen auch sehen, wie genetische Defekte in Organellen das Verhalten von Tieren beeinflussen.
2022-10-13 15:52:04
Autor: Vitalii Babkin