Das XMM-Newton-Weltraumteleskop hat die ersten Röntgenstrahlen des am weitesten entfernten bekannten Quasars J0439 + 1634 aufgenommen. Eine internationale Gruppe von Astronomen hat die vom Orbitalobservatorium gesammelten Daten untersucht und interessante Ergebnisse erhalten, die auf dem Portal arXiv.org veröffentlicht wurden.
Quasar J0439 + 1634 befindet sich im Sternbild Stier. Dieses Objekt konnte dadurch nachgewiesen werden, dass seine Strahlung durch eine Gravitationslinse etwa 50-fach verstärkt wurde, bei der es sich um einen massiven Körper handelt, der mit seinem Gravitationsfeld die Ausbreitungsrichtung der elektromagnetischen Strahlung wie ein gewöhnlicher . ändert Linse ist in der Lage, die Richtung eines Lichtstrahls zu ändern. Im Zentrum von J0439 + 1634 befindet sich eines der größten supermassereichen Schwarzen Löcher. Es wird geschätzt, dass dieses Schwarze Loch in den ersten Millionen Jahren nach dem Urknall etwa 430 Millionen Mal schwerer war als die Sonne.
Im Rahmen einer neuen Studie, die von einem Professor der University of Arizona in Tucson Fan Xiaohui geleitet wurde, konnten Astronomen die ersten Röntgenbilder des besagten Quasars erhalten. Wissenschaftlern zufolge wird die weitere Untersuchung dieser Bilder dazu beitragen, die Rolle supermassereicher Schwarzer Löcher im Prozess der Reionisierung des Universums zu verstehen. Diese Frage beschäftigt Astronomen seit Jahrzehnten. Bisher konnten solche Daten nicht gewonnen werden, da die von solchen Objekten erzeugte Röntgenstrahlung bei ihrer Bewegung im Weltraum schnell abklingt.
Im Fall von J0439 + 1634 wurde die Röntgenstrahlung durch eine Gravitationslinse verstärkt, wodurch sie von einem Teleskop in erdnaher Umlaufbahn wahrgenommen wurde. Astronomen nutzten das XMM-Newton-Gerät, mit dem nicht nur die Röntgenstrahlung des Quasars erfasst, sondern auch erstmals sein Spektrum analysiert und einige Merkmale des Objekts herausgefunden wurden. Wissenschaftler konnten beispielsweise feststellen, dass sich das Schwarze Loch im Zentrum von J0439 + 1634 anders verhält als seine Gegenstücke in Quasaren in unserer Nähe. Es stellte sich heraus, dass es etwa 18-mal weniger Röntgenstrahlung erzeugt, als aufgrund der Helligkeit seines Leuchtens im optischen Bereich angenommen wurde.
Diese Funktion ermöglichte es Astronomen, J0439 + 1634 als Quasar mit ungewöhnlich niedriger Röntgenintensität zu identifizieren. Worauf dies genau zurückzuführen ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Wissenschaftler hoffen, dass weitere Beobachtungen von J0439 + 1634 helfen werden, diese Frage zu beantworten.
2021-12-30 07:31:49
Autor: Vitalii Babkin