Bis Ende des Jahres wird in Japan im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts mit den Vereinigten Staaten ein Forschungszentrum eröffnet, auf dessen Grundlage die Entwicklung von Technologien für die Massenproduktion von Chips unter Verwendung der 2-nm-Prozesstechnologie durchgeführt wird. Das gemeinsame Projekt soll Unternehmen künftig dabei helfen, stabile Lieferketten aufzubauen und sich gegen Spannungen rund um den Branchenprimus Taiwan abzusichern.
Das Zentrum wird auf der Grundlage eines neuen Forschungsinstituts geschaffen, das ebenfalls in diesem Jahr eröffnet wird - im Rahmen des Projekts ist geplant, Geräte zu verwenden und Spezialisten des US National Center for Semiconductor Technology einzubeziehen. Zunächst werden sich Forscher aus beiden Ländern auf fortschrittliche Chips auf Basis der 2-nm-Prozesstechnologie konzentrieren, die die Leistung verbessern und den Energieverbrauch im Vergleich zu bestehenden Lösungen senken werden. Das Zentrum wird auch eine Prototyp-Produktionslinie errichten, und das ultimative Ziel des Projekts ist es, bis 2025 mit der Massenproduktion der Chips in Japan zu beginnen.
Die Pläne zum Start eines Partnerschaftsprojekts wurden bereits im Mai vom japanischen Wirtschafts-, Handels- und Industrieminister Koichi Hagiuda und der US-Handelsministerin Gina Raimondo angekündigt – im Mai arbeiteten die Parteien alle Details aus. Auf japanischer Seite werden das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (NIAIST), das Institute of Physical and Chemical Research (Riken) und die University of Tokyo an dem Projekt teilnehmen.
Taiwan beherbergt heute mehr als 90 % der weltweiten Produktionskapazität für Sub-10-nm-Halbleiter, wobei die Unternehmen auf der Insel planen, bis 2025 2 nm zu erreichen. Gleichzeitig gibt es die Meinung, dass Peking plant, die Insel gewaltsam an das chinesische Festland zu annektieren, und die Vereinigten Staaten sind damit kategorisch nicht zufrieden - die meisten fortschrittlichen Chips kommen aus Taiwan ins Land. Nach Abschluss des Forschungsprojekts werden die entwickelten Technologien auf andere Länder übertragen, die amerikanische Werte teilen – zum Beispiel Südkorea. Die Initiative umfasst nicht nur technologische, sondern auch finanzielle Unterstützung: Eines der Unternehmen in Tokio kann Investitionen in Höhe von 1 Billion Yen (7,3 Milliarden US-Dollar) erhalten.
Weltmarktführer in der Produktion fortschrittlicher Chips ist heute Taiwans TSMC, gefolgt von Südkoreas Samsung und Amerikas Intel. Die USA sind auch ein Zentrum für die Entwicklung fortschrittlicher Mikroschaltungen: Die Richtung wird insbesondere von NVIDIA und Qualcomm vertreten. Und die japanischen Unternehmen Tokyo Electron, Screen Holdings, Shin-Etsu Chemical und JSR sind auf Ausrüstungen und Materialien für die Herstellung von Mikroschaltkreisen spezialisiert. Anfang der 1990er Jahre betrug der Anteil Japans am globalen Halbleitermarkt etwa 50 %, inzwischen ist er jedoch auf 15 % gesunken.
2022-07-29 09:52:37
Autor: Vitalii Babkin