Die größten Risiken lassen sich bei Männern mit einem schwachen Herz-Kreislauf-System nachweisen, fanden die Wissenschaftler heraus. Unabhängig von ihrem tatsächlichen Alter waren ihre Gehirne älter als die von Frauen. Die Entdeckung könnte ein Instrument darstellen, mit dem Menschen mit einem höheren Demenzrisiko bereits in der Lebensmitte leicht identifiziert werden können.
Eine Forschergruppe aus den USA präsentierte die Ergebnisse von Langzeitbeobachtungen von Menschen, wonach ein schwacher Zustand des Herz-Kreislauf-Systems in der Mitte des Lebens die Gehirnalterung verstärkt, schreibt EurekAlert.
Wissenschaftler verwendeten MRT-Daten, um das Gehirnalter von Menschen zu schätzen, die 1946 geboren wurden. Alle hatten ihr Leben lang an einer anderen Studie teilgenommen, damit die Wissenschaftler die Ergebnisse mit medizinischen Daten und verschiedenen Faktoren vorzeitiger Alterung im Laufe des Lebens vergleichen konnten.
Das tatsächliche Alter der Teilnehmer lag zwischen 69 und 72 Jahren, aber ihr Gehirnalter lag zwischen 43 und 93 Jahren, fanden die Forscher heraus.
Es stellte sich heraus, dass ein schwächeres Herz (schlechtere kardiovaskuläre Gesundheitswerte) im Alter von 36 Jahren mit schlechteren Gesundheitswerten des Gehirns einherging. Diese Daten stimmen mit früheren Studien überein, in denen ein höherer Blutdruck bei Menschen im Alter von 36 Jahren ein Risikofaktor für eine schlechtere Gehirngesundheit im Alter war, führen die Autoren aus.
Weitere Beobachtungen zeigten, dass ein höheres Gehirnalter mit höheren Spiegeln des NfL-Proteins im Blut verbunden war, von dem angenommen wird, dass es als Reaktion auf Nervenzellschäden ansteigt.
Bemerkenswert ist, dass das Gehirnalter der Männer unabhängig vom Alter höher war als das der Frauen. Bisher können Wissenschaftler diesen Trend nicht erklären.
Schließlich wurde gezeigt, dass ein höheres Gehirnalter mit einem kognitiven Verfall verbunden ist. Nach den Ergebnissen kognitiver Tests trat in den nächsten zwei Jahren ein kognitiver Rückgang auf. „Die Ergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz als klinischer Biomarker zur Identifizierung von Personen mit hohem Risiko verwendet werden kann“, schlussfolgerten die Autoren.
Inzwischen haben Wissenschaftler in einer anderen Studie ein experimentelles Medikament vorgestellt, das das Gehirn verjüngen kann. In präklinischen Studien an Mäusen hat es schnelle und beeindruckende Ergebnisse ohne Nebenwirkungen gezeigt.
2022-08-24 00:02:49
Autor: Vitalii Babkin