Astronomen haben im August 2017 mit dem Hubble-Weltraumteleskop die Kollision zweier Neutronensterne aufgezeichnet, die zu einem starken Gravitationswellenausbruch GW170817 führte. Durch die Explosion wurde Energie freigesetzt, vergleichbar mit der Energie einer Supernova-Explosion. Nun haben Wissenschaftler berechnet, dass der durch die Explosion entstandene Materieausbruch (Jet) eine Geschwindigkeit von mehr als 99,97 % der Lichtgeschwindigkeit entwickelte, obwohl die ersten Messungen von einer 4- bis 7-fachen Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit sprachen , was unmöglich ist.
Die Folgen der Kollision zweier Neutronensterne wurden von mehr als 70 Observatorien auf der ganzen Welt und im Weltraum beobachtet. Die Wissenschaftler richteten schnell die wissenschaftlichen Instrumente des Hubble-Teleskops um, um den Ort der Explosion zu beobachten. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass Neutronensterne zu einem Schwarzen Loch kollabierten, dessen starke Schwerkraft begann, Materie anzuziehen und eine sich schnell drehende Scheibe zu bilden, die Jets entstehen ließ, die sich von ihren Polen nach außen bewegten.
Obwohl dieses Ereignis im Jahr 2017 stattfand, brauchten Wissenschaftler mehrere Jahre, um eine Methode zur Analyse von Daten von Hubble und anderen Teleskopen zu entwickeln, um sich ein vollständiges Bild von dem zu machen, was passiert ist. Die Hubble-Daten wurden mit Beobachtungen mehrerer Radioteleskope der US-amerikanischen National Science Foundation, die 75 und 230 Tage nach der Explosion aufgenommen wurden, sowie mit Daten des Gaia-Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) kombiniert.
Nach Auswertung der Beobachtungsdaten kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich einer der nach der Kollision von Neutronensternen entstandenen Jets angeblich siebenmal schneller als die Lichtgeschwindigkeit bewegte. Radioteleskope zeigten, dass die Geschwindigkeit des Jets später abnahm, aber immer noch bei der vierfachen Lichtgeschwindigkeit blieb. In Wirklichkeit kann nichts die Lichtgeschwindigkeit überschreiten. Wissenschaftler haben daher nachgerechnet und festgestellt, dass sich der Jet mit einer Geschwindigkeit von mehr als 99,97 % der Lichtgeschwindigkeit bewegte, was nicht gegen die Gesetze der Physik verstößt, aber auch sehr beeindruckend aussieht.
2022-10-17 20:24:16
Autor: Vitalii Babkin