Der Unfall im Kernkraftwerk Fukushima im März 2011 hat die japanischen Atomkonzerne faktisch aus dem Spiel genommen. Der Bau neuer Blöcke in Japan und die Ausweitung der Arbeit der alten werden auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, was zu einem Kompetenzverlust der Kernunternehmen führt. Arbeit muss im Ausland gesucht werden. Eines dieser Projekte wird der Bau eines schnellen Neutronenreaktors sein, der von TerraPower in den Vereinigten Staaten initiiert wird.
Einer der Hauptinvestoren und Vorstandsvorsitzenden von TerraPower ist Bill Gates. Das Unternehmen beabsichtigt, in Wyoming einen vielversprechenden Reaktor für schnelle Neutronen mit geringer Leistung zu bauen. Als Kühlmittel im Reaktor wird eine Schmelze von Natriumsalzen verwendet. Aufgrund der hohen Wärmekapazität von geschmolzenem Salz wird auf seiner Basis ein Wärmespeicher geschaffen, der die Leistung des Kraftwerks in Spitzenzeiten erhöhen kann.
Die deklarierte Nennleistung des TerraPower-Reaktors erreicht 345 MWe. Der Speicher ermöglicht eine kurzfristige Leistungssteigerung auf bis zu 500 MWe. Die Verwendung schneller Neutronen erhöht die Effizienz des Brennstoffs und des Systems und führt auch zu einer vollständigeren Nutzung radioaktiver Stoffe und zu einer Verringerung des Anteils radioaktiver Abfälle. Bis zu einem gewissen Grad können wir von einem abfallfreien Kreislauf der Energieerzeugung sprechen.
Das TerraPower-Projekt erhält 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem US-Haushalt für fortschrittliche Nukleartechnologien, der entsprechende Auftrag wurde bereits von US-Präsident Joseph Biden unterzeichnet. Der Standort für den Bau des Reaktors in Form eines Betriebsdemonstrators ist ausgewählt. Das Unternehmen rechnet damit, 2023 eine Baugenehmigung zu beantragen, um 2027 oder 2028 mit der Installation vom Netz zu starten.
Gestern gaben Mitsubishi Heavy Industries und die Japan Atomic Energy Agency ihre Teilnahme an diesem Projekt bekannt. In Japan wurde einst ein experimenteller schneller Neutronenreaktor Monju gebaut. Nach der Aufgabe dieses Projekts begannen die Japaner mit den Franzosen in einem ähnlichen Projekt, Astrid, zusammenzuarbeiten, aber auch Paris fror dieses Projekt im Laufe der Zeit ein. Jetzt sind die Japaner bereit, ihre Erfahrung ihren amerikanischen Partnern anzubieten. Insbesondere wird Mitsubishi Heavy Industries das Brennstoffversorgungssystem für den TerraPower-Reaktor und Werkzeuge zur Brennstoffüberwachung entwickeln.
2022-01-27 16:20:46
Autor: Vitalii Babkin