Die Gesamtzahl der Apps im Play Store ist erstmals seit 2018 drastisch gesunken. In den letzten zwei Quartalen hat der Store-Inhaber rund 115.000 Apps entfernt, die größte Säuberung seit drei Jahren.
Laut Statistik von SafeBettingSites unter Berufung auf verschiedene Quellen, darunter auch Google selbst, wurden von Januar bis April 58.000 Bewerbungen entfernt, weitere 65.000 verschwanden allein im Mai aus dem Store. Jetzt sind noch 2,8 Millionen Bewerbungen übrig - im September 2020 waren es etwa 3 Millionen. Zum Vergleich: 2018 wurden von 3,6 Millionen Apps nur 2,8 Millionen gespeichert.
Grund für die jüngsten Löschungen sind eine Vielzahl neuer Regeln, die Google bis Ende April verkündet hat, um Apps mit irreführenden Namen und Bildern zu blockieren. Entwicklern ist es beispielsweise untersagt, „Werbe“-Aussagen in Softwarenamen aufzunehmen, und die Namen selbst sollten nicht länger als 30 Zeichen sein.
Die Qualitätskontrolle von App-Titeln im Play Store ist seit langem eine scheinbar unüberwindbare Aufgabe. Selbst die aktualisierten Regeln verbieten Entwicklern nicht ausdrücklich, minderwertige Klone beliebter Anwendungen oder sogar wirklich "gefälschte" Programme zu veröffentlichen, die nicht funktionieren. Letzteres ist zu bemängeln, aber das relativ leichte Geld, das Cyberkriminelle mit ihrer Hilfe erhalten, sorgt dafür, dass schnell neue Anwendungen statt gelöschter auftauchen.
Im ersten Halbjahr wurden 56,2 Milliarden Downloads aus dem Google Play Store gemeldet, 6% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der damit verbundene Umsatz des Unternehmens stieg laut Sensor Tower um 30 % auf 23,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig hinkt Google Apple merklich hinterher. Letztere soll im ersten Halbjahr dank App Store 41,5 Milliarden Dollar verdient haben, obwohl sie weit weniger Apps hat.
2021-08-11 16:52:34
Autor: Vitalii Babkin