Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat diese Woche einen Prototyp eines Systems zur Vermeidung von Satellitenkollisionen namens Open-Architecture Data Repository (OADR) vorgestellt. Es soll dabei helfen, potentiell gefährliche Situationen aufzuspüren, was vor allem vor dem Hintergrund der rasant wachsenden Zahl von Satelliten im Erdorbit und Weltraumschrott von Nutzen sein wird.
Das OADR-System ist eine Cloud-basierte Datenbank, die Daten über die Bewegungen aller Satelliten sammelt und rechtzeitig warnt, wenn die Möglichkeit einer Kollision von Fahrzeugen und Weltraumschrott besteht. Es wird davon ausgegangen, dass OADR Daten von zahlreichen Scanning-Einrichtungen auf der Oberfläche des Planeten erhalten wird. Nach der Verarbeitung der empfangenen Daten erstellt das System ein Bild der Vorgänge im Orbit, anhand dessen die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Situationen eingeschätzt werden kann. Falls erforderlich, benachrichtigt OADR die Betreiber von Satellitenkonstellationen und gibt ihnen einige Tage Zeit, um den Kurs der Fahrzeuge zu korrigieren, um eine Kollision zu vermeiden.
Gemäß den verfügbaren Daten befindet sich das OADR-System noch in der Entwicklung. Die Autoren des Projekts planen, eine Reihe von Mängeln bei der Automatisierung von Datenerfassungs- und Prognoseprozessen zu beseitigen. Wenn die weitere Entwicklung des Projekts nach Plan verläuft, wird das OADR-System 2024 in die Praxis eingeführt und 2025 vollständig fertiggestellt und betriebsbereit sein.
Es ist kein Geheimnis, dass der erdnahe Weltraum immer voller wird. Derzeit wurden bereits mindestens 23.000 Objekte mit einem Durchmesser von 10 cm oder mehr in die Umlaufbahn gebracht. Ihre Zahl wächst rapide und einigen Schätzungen zufolge wird die Zahl solcher Objekte bis 2030 auf 57 000 anwachsen, weshalb der Bedarf an einem System wie OADR bereits recht groß ist.
2022-02-22 07:25:25
Autor: Vitalii Babkin