Forscher des Vanderbilt Institute of Genetics (USA) sind in eine Sackgasse geraten, als sie versuchten, den Rhythmussinn des Menschen mit der Struktur seines Genoms zu begründen. Sie führten eine einzigartige große Studie mit 600.000 Menschen durch, um Gene zu identifizieren, die Menschen helfen, sich besser zu fühlen und sich im Takt mit Musik zu bewegen. Die Ergebnisse erwiesen sich als äußerst widersprüchlich, zudem unterlief den Forschern ein grundlegender Fehler, den sie selbst einräumten.
Für die Datenerhebung war die Handelsstruktur „23andMe“ zuständig, die Informationen wurden anhand eines Fragebogens erhoben. Dabei stellte sich heraus, dass es kein einzelnes „Rhythmus-Gen“ als solches gibt, sondern Wissenschaftler 69 Loci identifiziert haben, die indirekt die Sensibilität eines Menschen für Musik beeinflussen. Das Problem ist, dass sie alle auch mit anderen wichtigen rhythmischen Funktionen wie Gehen, Gleichgewicht, Hören, Atmen verbunden sind.
Es stellte sich heraus, dass die Fähigkeit, sich synchron zum Rhythmus zu bewegen, eine sehr schwierige Fähigkeit ist. Die Rolle der vererbbaren Genetik bei diesem Merkmal beträgt laut Forschern nicht mehr als 16 %, daher ist es offensichtlich, dass viele andere Faktoren die Fähigkeit beeinflussen, den Rhythmus wahrzunehmen.
Das Hauptproblem der Wissenschaftler war die Angst, während des Studiums gegen soziale und ethische Normen zu verstoßen. Aus diesem Grund beschränkten sie sich darauf, nur die Gene von Einwohnern europäischer Länder zu untersuchen, sodass die Stichprobe nicht als repräsentativ bezeichnet werden kann.
2022-09-21 12:39:19
Autor: Vitalii Babkin