Tests des Grafikbeschleunigers Radeon RX 6400 durch das Portal TechPowerUp zeigten, dass AMD der Grafikkarte die Unterstützung für manuelles Übertakten entzogen hat. Und das ist bei weitem nicht die einzige Nuance - im Allgemeinen kam die Veröffentlichung zu dem Schluss, dass das Modell viel mehr Nachteile als Vorteile hat.
Ursprünglich war die Radeon RX 6400 nur für OEMs erhältlich, aber am Ende entschied sich AMD, den Beschleuniger der Einstiegsklasse zum Preis von 159 US-Dollar für den Einzelhandel freizugeben. Nach den ersten Bewertungen des neuen Produkts zu urteilen, liegt seine Leistung auf dem Niveau der vor drei Jahren veröffentlichten GeForce GTX 1650. Laut den Ergebnissen von TechPowerUp-Tests ist die Grafikkarte Radeon RX 6400 sogar langsamer als das Modell Radeon RX 570 mit 4 GB Speicher, veröffentlicht im Jahr 2017. Bei Spielen mit 1080p-Auflösung übertrifft der alte Beschleuniger der Polaris-Generation den neuen um durchschnittlich 17 %, bei 1440p-Auflösung ist er um 24 % schneller.
Bei diesen Ergebnissen ist es nicht verwunderlich, dass die Retail-Veröffentlichung der Radeon RX 6400 sehr ruhig verlief, ohne offizielle Ankündigung von AMD – die Karte tauchte gerade in den Katalogen verschiedener Hersteller auf.
Der verkürzte Navi 24-Chip, der der Radeon RX 6400 zugrunde liegt, hat für sich genommen viele Nachteile. Beispielsweise hat es eine Beschränkung der Speicherbandbreite, da es nur eine 64-Bit-Schnittstelle unterstützt und nur vier PCIe 4.0-Lanes verwendet. AMD hat die Karte auch von vielen Multimedia-Funktionen befreit. Beispielsweise unterstützt es keine 4K H.264/H.265-Videocodierung und kann das AV1-Format nicht decodieren. Darüber hinaus gibt es keine Unterstützung für einige proprietäre Radeon-Funktionen. Insbesondere fehlt die ReLive-Videoaufnahme- und Streaming-Option, die sogar die alte Radeon RX 480 unterstützt, außerdem scheint die Radeon RX 6400 nicht manuell übertaktet zu werden.
Laut TechPowerUp hat AMD alles Mögliche von der Karte blockiert. Obwohl die AMD Radeon WattMan-Anwendung eine Seite mit Leistungseinstellungen anzeigt, gibt es in den Benutzereinstellungen selbst keine Schieberegler zum Anpassen der GPU- und Speicherfrequenzen.
Ob dies lediglich ein Versehen von AMD bei der Entwicklung des Treibers ist und ob die Übertaktungseinstellungen der Grafikkarte möglicherweise in Anwendungen von Drittanbietern wie MSI Afterburner verfügbar sind, ist unbekannt. TechPowerUp hat diesen Punkt nicht geklärt.
2022-04-26 21:00:49
Autor: Vitalii Babkin