Amazon wird in Kürze die ersten beiden Prototypen des Kuiper-Internetsatelliten starten. Darauf weist ein entsprechender Antrag von Amazon heute bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) hin. Die beiden Prototypen namens KuiperSat-1 und KuiperSat-2 werden mit der Experimentalrakete RS1 in die Umlaufbahn gebracht, die derzeit vom Startup ABL Space Systems entwickelt wird.
Das Kuiper-Projekt zielt darauf ab, in den nächsten zehn Jahren eine Konstellation von 3.236 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen, um einen Breitband-Internetzugang für die gesamte Erde bereitzustellen. Amazons Plan ist es, Remote-Standorten, an denen die herkömmliche Infrastruktur für die Internetkonnektivität nur schwer bereitzustellen ist, einen Internetzugang bereitzustellen. Dies ähnelt dem Konzept von SpaceX Starlink, bei dem das Unternehmen von Elon Musk ebenfalls den Satelliten-Internetzugang auf den gesamten Planeten bringen will. Im Gegensatz zu Amazon hat SpaceX jedoch bereits 1.700 Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Insgesamt beabsichtigt das Unternehmen, mindestens 12.000, möglicherweise mehrere Zehntausend Satelliten zu starten.
Amazon hat letzte Woche die Triebwerke getestet, mit denen Satelliten durch den Weltraum manövrieren werden. Das Unternehmen behauptet, dass KuiperSat-1 und KuiperSat-2 die gleichen Funktionen und Kerntechnologien testen werden, die in die aufgerüsteten Satelliten integriert werden. Prototypen werden in einer Höhe von 590 Kilometern über der Erde operieren. Im Weltraum werden die Satelliten verwendet, um ihre Fähigkeit zu testen, sich mit vier Kuiper-Benutzerterminals und einer Bodenstation in Texas zu verbinden, die zum Senden und Empfangen von Breitbandsignalen ausgelegt ist. Die gesamte Testsequenz sollte nur 10 Minuten dauern. Kuiper hat bisher mehrere Bodentests durchgeführt, wonach seine Technologien einen maximalen Durchsatz von bis zu 400 Mbit/s bieten. Starlink bietet beispielsweise Geschwindigkeiten zwischen 100 und 200 Mbit/s an.
Kuipers Entscheidung, seine ersten beiden Prototypen auf der RS1-Rakete von ABL Space Systems zu starten, kommt unerwartet. Im April gab eine Amazon-Tochter bekannt, neun Atlas-V-Raketenstarts von der United Launch Alliance erworben zu haben, um Kuiper-Satelliten in die Umlaufbahn zu schicken. Was die ABL RS1 betrifft, so wird die Rakete in der Lage sein, etwa 1,5 Tonnen Nutzlast in eine erdnahe Umlaufbahn zu bringen, was etwa 12 Millionen US-Dollar pro Flug kostet, was Kuipers Anforderungen entspricht. Amazon arbeitet auch daran, die Sichtbarkeit von Satelliten im Orbit zu verringern. Das Unternehmen hat versprochen, seine Satelliten nicht in die erdnahe Umlaufbahn zu bringen. Das Unternehmen sagte, es werde die Prototypen nach Abschluss der Tests aus der Umlaufbahn nehmen und sie in die Erdatmosphäre schicken, wo sie verbrennen.
2021-11-02 03:22:20
Autor: Vitalii Babkin