Sony hat eine Kamerafunktion angekündigt, dank der die Bilder vor versteckten Manipulationen geschützt werden. In einem speziellen Modus können sie eine kryptografische „Signatur“ erhalten, die vor Fälschung schützt, und jede nachträgliche Änderung führt zu einer Nichtübereinstimmung des Signatur-Snapshots. Laut Sony sollen Manipulationen an Inhalten dadurch leicht erkannt werden.
Es ist erwähnenswert, dass die Technologie das Bild nicht vor Änderungen schützt – es macht es einfach festzustellen, ob die digitale Signatur noch gültig ist (oder nicht). Diese Entscheidung erfolgte nach Angaben des Unternehmens als Reaktion auf die zunehmenden Fälle von unbefugter Bearbeitung und anderen Verstößen im Bereich der Arbeit mit digitalen Fotos – in den Medien, der Medizin und der Strafverfolgung, in der Versicherungsbranche und sogar im Bauwesen.
Während die kryptografische Signatur nur in der professionellen Kamera Sony Alpha 7 IV verfügbar ist, kostet das Kameragehäuse ohne Objektive etwa 2500 US-Dollar, die Optik wird nicht mitgeliefert. Darüber hinaus erfordert die Verwendung der Signatur laut Sony eine spezielle Lizenz, die derzeit nur für Geschäftsanwender verfügbar ist. Das Unternehmen teilt mit, dass die Technologie künftig auch für andere Modelle und sogar in anderen Branchen unterstützt werden soll. Nach Angaben eines Unternehmensvertreters erhalten Käufer aus der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Kanada, Norwegen, der Schweiz, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien und der Türkei Technologieunterstützung in Alpha 7 IV.
Im Jahr 2019 führte Adobe die Technologie der Content Authenticity Initiative (CAI) ein, um die „Legitimität“ digitaler Bilder zu verfolgen. Zwei Jahre später gründeten Adobe, Arm, Intel und Microsoft ein Standardkomitee - C2PA, um die relevanten technischen Standards und Dokumentationen sicherzustellen, Sony trat der Gruppe im März dieses Jahres bei. Im Jahr 2020 fügte Adobe Photoshop ein Tool hinzu, das jede vorgenommene Änderung sowie den Namen jeder Person, die die Änderung vorgenommen hat, in Bildmetadaten protokolliert. Diese Daten können exportierten Bildern hinzugefügt werden. Gleichzeitig können Photoshop-Benutzer die Tracking-Funktion einfach nicht einschalten, wodurch nur die zuvor eingegebenen Metadaten im Verlauf gespeichert werden.
Im Falle der Sony-Signatur wird der kryptografische Schutz das Bild überall und immer begleiten und vermutlich in irgendeiner Weise erlauben, dass Änderungen in jedem Fall registriert werden. Mit anderen Worten, das Entfernen der digitalen Signatur, das Ändern des Bildes und das erneute "Neusignieren" werden fehlschlagen. Es ist noch nicht bekannt, wie digitale Signaturen auf Echtheit überprüft werden.
Das Adobe CAI-System wiederum wird bereits von einer Reihe von Partnern unterstützt, darunter NVIDIA, Microsoft und Twitter, Associated Press, New York Times und Getty Images sowie Nikon und Leica.
2022-08-16 04:49:14
Autor: Vitalii Babkin