Experten zufolge werden viele Fertigungsvorgänge in absehbarer Zeit einer Automatisierung unterzogen, was monotone Handarbeit bedeutet, aber ihre Unfähigkeit, flexible Materialien beliebiger Form zu handhaben, bleibt immer noch ein großes Problem für die Entwickler von Robotern. Siemens-Ingenieure haben einen Weg gefunden, Robotern das Nähen von Jeans beizubringen, indem sie den Stoff mit einer speziellen Verbindung behandeln.
Seit 2018 werden entsprechende Experimente von Siemens und Levi's durchgeführt. Das Problem der Automatisierung in dieser Branche eskalierte inmitten einer Pandemie, als Unterbrechungen in der Logistik den amerikanischen Verbrauchern die Möglichkeit nahmen, Kleidung in ausreichenden Mengen aus Ländern zu erhalten, in denen die Kernproduktion in den letzten Jahren traditionell konzentriert war.
Roboterarme sind schwer zu verarbeitende Stoffe, die unterschiedliche Dicken und Texturen haben können und dabei ständig ihre Form ändern. Siemens begann seine Experimente in diesem Bereich mit der Entwicklung von Robotern, die alle Arten von flexiblen Materialien verarbeiten können, einschließlich der dünnsten Drähte für die Elektronik. Später kam die Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, über die Automatisierung des Herstellungsprozesses von Jeans nachzudenken, da sie aus einem ziemlich dichten und starren Stoff bestehen. Die Kapazität des Bekleidungsmarktes erreicht 1,52 Billionen US-Dollar pro Jahr, sodass sich Investitionen in die Automatisierung zumindest in einer Situation rechtfertigen können, in der es notwendig ist, die Produktion in Ländern mit einem hohen Lohnniveau für Arbeiter zu lokalisieren.
Siemens hat mit dem jungen Unternehmen Sewbo einen Partner gefunden, der den Einsatz einer speziellen Imprägnierung für Denim vorschlägt, die die Festigkeit des Materials vorübergehend erhöht. Diese Eigenschaftsänderung ermöglicht es, die Bearbeitung des Materials durch Roboter zu vereinfachen. Die spezielle Zusammensetzung wird beim weiteren Waschen der Jeans rückstandslos ausgewaschen. Hosen dieser Art werden ohnehin während des Produktionsprozesses gewaschen, daher wird die Technik etwas komplizierter.
Die Umsetzung solcher Lösungen hat auch einen sozialen Aspekt, der im Fall der Bekleidungsproduktion schwer zu nivellieren sein wird. Studien haben gezeigt, dass der Ersatz von Arbeitern durch Roboter nicht die besten Auswirkungen auf das Leben der ersteren hat. Teilnehmer von Tests mit von Siemens entwickelten Robotern bestätigen, dass die Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit Automatisierungsprozessen teilweise sogar mit Androhung körperlicher Gewalt zum Ausdruck kam.
2022-12-12 18:28:17
Autor: Vitalii Babkin
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