Die Stadtregierung von Seoul hat angekündigt, dass die Stadt die erste Metropole im Metaversum sein wird. Das Projekt mit dem vorläufigen Namen Metaverse Seoul sieht die Schaffung eines virtuellen Kommunikationsökosystems für alle Abteilungen der Stadtverwaltung vor, einschließlich der Bereiche Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Bildung und Bürgerdienste.
Das Konzept des Metaversums impliziert einen universellen digitalen Raum, in dem alle Aktionen mit virtuellen oder Augmented-Reality-Geräten ausgeführt werden. Mit dem Aufkommen der Pandemie verlagerten die Menschen ihre Aktivitäten überwiegend ins Internet, sodass diese Plattformen immer beliebter werden. Die Stadtverwaltung hat bereits 3,9 Milliarden Won (3,3 Millionen Dollar) in das Projekt investiert – es soll bis 2030 umgesetzt werden. Wenn alles gut geht, müssen die Einwohner von Seoul Virtual-Reality-Headsets tragen, um sich mit Stadtbeamten zu treffen. Auf ähnliche Weise können sie an Massenveranstaltungen teilnehmen.
Wenn im Jahr 2022 die traditionelle Neujahrsglocke am Bosinghak Glockenturm läutet, passiert das nicht nur im wirklichen Leben, sondern auch im Metaversum. Die Stadtverwaltung plant eine stufenweise Verlagerung verschiedener Abteilungen und wirtschaftsunterstützender Dienste in den virtuellen Raum. Im Jahr 2023 wird ein Projekt mit dem vorläufigen Titel Metaverse 120 Center gestartet – ein virtuelles Servicezentrum für Bürger.
Das Projekt mit dem Namen "Virtual Tourism Zone" wird die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt digitalisieren: den Gwanghwamun-Platz, den Deoksugung-Palast und den Namdaemun-Markt. Geplant ist auch die Rekonstruktion verlorener historischer Stätten, wie das 1915 zerstörte Donymun-Tor. Ab 2023 wird das Metaverse große Stadtveranstaltungen wie das Laternenfest beherbergen – und wird von Menschen auf der ganzen Welt genossen.
Das Betreten des Metaversums wird zu einer neuen Stufe in der Evolution von Smart Cities. Ein Chatbot mit künstlicher Intelligenz (KI) dient als öffentlicher Concierge und beantwortet eine Vielzahl von Fragen und Beschwerden von Bürgern zu einer Vielzahl von Themen, von Parkverstößen bis hin zu COVID-19-bezogenen Protokollen. Für die Zukunft ist die Einführung eines KI-Systems zur Überwachung der städtischen Wasserversorgungs- und Abwassernetze geplant.
2021-11-12 15:31:51
Autor: Vitalii Babkin