Laut Bloomberg wird Google diese Woche vor Gericht Berufung gegen eine Rekordstrafe der Europäischen Union in Höhe von 4,3 Milliarden Euro einlegen. Während einer fünftägigen Anhörung vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg wird das Unternehmen versuchen, den Richtern zu beweisen, dass die Europäische Kommission sich geirrt hat und eine Änderung der als wettbewerbswidrig eingestuften Verträge mit Herstellern von Telefonen mit Android OS gefordert hat.
Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die Verträge von Google gegen das Kartellrecht verstoßen, wonach Android-Handyhersteller verpflichtet sind, die Such- und Browser-Apps von Google sowie andere Unternehmensdienste zu verwenden, wenn sie den Google Play Store lizenzieren möchten.
Obwohl die Europäische Union die Bedingungen solcher Verträge als illegale Einschränkung bezeichnet hat, untergräbt Google mit dieser Entscheidung das Geschäftsmodell, das es ermöglichte, Android-Software durch die Generierung von Werbeeinnahmen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Google, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 182,5 Milliarden US-Dollar erzielte, hat ein lukratives Banner- und Video-Werbegeschäft gestartet, das zum großen Teil der Dominanz von Android auf dem Markt für mobile Betriebssysteme zu verdanken ist.
„Android hat allen mehr Auswahl, nicht weniger, gegeben und unterstützt Tausende erfolgreicher Unternehmen in Europa und auf der ganzen Welt“, sagte ein Google-Sprecher heute vor ihrer Anhörung. "Dieser Fall wird nicht durch Fakten oder Gesetze gestützt."
Auch wenn der Gewinn einer der drei Klagen, die Google gegen die EU eingereicht hat, die Position des Unternehmens stärken könnte, ist es unwahrscheinlich, dass es den regulatorischen Druck stoppen kann. Es werde bestenfalls einige der spezifischen Gesetze ändern, die vom Gesetzgeber diskutiert wurden, sagte Georgios Petropoulos, ein Forscher des Brüsseler Think Tanks Bruegel.
Gleichzeitig glaubt Bloomberg, dass der Sieg des Unternehmens über die mächtige EU-Kartellbehörde seine Fähigkeit, Technologieunternehmen zu zügeln, untergraben und seine Fähigkeit, Änderungen in der Geschäftstätigkeit zu fordern, einschränken wird. Am 10. November entscheidet das Gericht über eine bereits eingereichte Berufung zur Abschaffung des EU-Antimonopol-Bußgeldes in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Danach wird klar, auf welcher Seite das Gericht steht.
2021-09-27 17:08:48
Autor: Vitalii Babkin