Experten aus Südkorea wiesen darauf hin, dass die Zahl und die Qualität der YouTube-Videos aus Nordkorea gestiegen sind. Sie wiesen jedoch auch auf die vielen Widersprüche hin, die die Videos wie ungeschickt inszenierte Propaganda aussehen lassen.
Der Forscher Park Sung-chul vom südkoreanischen Zentrum für Menschenrechte stellte fest, dass die meisten Videos inszeniert sind. In einem Video plantscht zum Beispiel ein Besucher eines Wasserparks in einem Becken mit künstlichen Wellen. Der Pool ist real, aber sein Betrieb erfordert viel Energie, und nur ein Viertel der Bevölkerung in der DVRK hat Zugang zu Strom. Daher wird der Pool nur an Wochenenden, für hochrangige Besucher oder für Werbefilme angeschaltet.
In anderen Videos machen die Schauspieler offensichtliche Fehler, z. B. zeigen sie, dass sie die populäre westliche Gegenwartsliteratur kennen, obwohl der Zugang zu westlicher Presse und westlichen Inhalten in dem Land strengstens eingeschränkt ist. Das Video zeigt Dinge, die für den Rest der Welt alltäglich sind, für die Nordkoreaner selbst aber selten oder kaum vorkommen. Ha Seung-hee, Nordkorea-Experte an der Dongguk-Universität, glaubt, dass die Behörden des Landes den Tourismus in der Zeit nach dem Kalten Krieg entwickeln wollen und zu diesem Zweck eine neue Form der Propaganda betreiben.
2023-02-08 15:15:45
Autor: Vitalii Babkin
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