Im Ramon-Krater im Süden Israels findet seit Montag ein ungewöhnliches Experiment statt: Fünf Männer und eine Frau werden drei Wochen auf einer Basis verbringen, die es ihnen ermöglicht, das Leben in einem Mars-Wohnmodul zu simulieren.
An dem Experiment nehmen Experten aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Israel, Spanien und Portugal teil. Es wird von der Israelischen Weltraumorganisation unter Beteiligung der Europäischen Weltraumorganisation, des Österreichischen Weltraumforums und der lokalen Gruppe D-MARS organisiert.
Während des Experiments beabsichtigen die Teilnehmer, Dutzende von Experimenten durchzuführen, die von vielen Ländern in Auftrag gegeben wurden. Im AMADEE-20-Modul werden die Teilnehmer schlafen, essen, Experimente durchführen und sich gegenseitig auf psychische Stabilität testen. Außerhalb des Moduls werden die Menschen 50 kg schwere „Simulations“-Raumanzüge tragen, die mit Kameras, Mikrofonen und autonomen Atemsystemen ausgestattet sind. Wissenschaftler glauben, dass alle auf der Erdoberfläche berücksichtigten Fehler dazu beitragen werden, sie auf dem Mars nicht zu wiederholen.
Das Ramon-Krater-Experiment findet bereits zum zweiten Mal statt – zuvor arbeiteten 2018 hier vier Männer und zwei Frauen. Zahlreiche aktuelle Erfolge im Zusammenhang mit internationalen Marsprojekten wecken das Interesse an bodengestützten Experimenten.
Die Mission im AMADEE-20-Modul war für 2020 geplant, musste jedoch aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben werden. Es wird erwartet, dass bis zum tatsächlichen Flug der Menschen zum Mars noch mindestens zehn Jahre verbleiben, aber Wissenschaftler bereiten sich bereits auf einige Stadien der Entwicklung des Roten Planeten vor.
Das Wohnmodul mit einer Fläche von 120 Quadratmetern ist nach Angaben der Organisatoren des Projekts das modernste und anspruchsvollste Analogon der Mars-Forschungsstation der Welt. Die Teilnehmer des Experiments sind ständig im Blickfeld von Kameras, ihr Zustand wird mit biometrischen Sensoren überwacht, Bewegungen und die beliebtesten Sammelpunkte werden verfolgt, um alle zukünftigen Nuancen im Zusammenhang mit dem sogenannten zu berücksichtigen. "Menschlicher Faktor". Einigen Berichten zufolge wird sogar die "Kommunikation mit der Erde" für mehr Zuverlässigkeit mit einer Verzögerung von zehn Minuten durchgeführt.
Außerhalb des Moduls arbeiten bereits andere Ingenieure und Spezialisten daran, die Drohne und den Mars-Rover zu testen – die Navigation wird weiterentwickelt und verbessert in einer Welt, in der GPS und andere Ortungssysteme fehlen.
2021-10-12 10:51:44
Autor: Vitalii Babkin