Der Übergang zu sichereren Algorithmen für die Kommunikation in sozialen Netzwerken von Meta (ehemals Facebook) erfolgt später als vom Unternehmen erwartet. Der Chef des Unternehmens in Sicherheitsfragen, Antigone Davis, erzählte Reportern davon.
Die Implementierung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in den integrierten Messengern Instagram und Facebook Messenger soll ihrer Meinung nach "irgendwann im Jahr 2023" umgesetzt werden. Das Unternehmen hatte zuvor geplant, die Funktionalität bereits im Jahr 2022 zu veröffentlichen, aber Davis sagte, dass es für den Entwickler länger dauern wird.
In Metas WhatsApp-Messenger wird seit langem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet, in den Chats beider sozialer Netzwerke muss man dafür aber noch einen speziellen verschlüsselten Dialog initiieren. Meta hat sich 2019 aktiv um die Datensicherheit gekümmert.
Die Einführung neuer Verschlüsselungsmaßnahmen könnte zumindest in Großbritannien zu Problemen bei den Behörden führen. 2023 tritt im Land ein Gesetz in Kraft, nach dem Tech-Giganten verpflichtet werden, Gewalt gegen Kinder zu verhindern. Obwohl das Gesetz nicht ausdrücklich vorschreibt, dass "Hintertüren" beiseite gelegt werden, begrüßen die Behörden des Landes eine "standardmäßige" Verschlüsselung nicht - ihrer Meinung nach schränkt dies die Fähigkeit der Strafverfolgungsbehörden zur Bekämpfung von Kriminellen "ernst" ein. Es ist möglich, dass Meta unter Druck gesetzt wird, Pläne zu ändern.
Zu den möglichen Konsequenzen sagte Davis, dass Meta weiterhin in der Lage sein wird, Gewalt durch die Analyse unverschlüsselter Informationen und Benutzerbeschwerden zu erkennen. Möglicherweise ist die „Verzögerung“ bei der Umsetzung der Verschlüsselung auch mit der Notwendigkeit verbunden, mehr Zeit zu gewinnen, um Regierungen zu überzeugen und mögliche Konflikte mit den Behörden zu lösen.
2021-11-22 12:30:13
Autor: Vitalii Babkin