Mastercard hat ein Pilotprogramm gestartet, bei dem Einzelhändler Zahlungen mit biometrischen Technologien wie Gesichtsscans oder Fingerabdrücken akzeptieren können. Anstelle herkömmlicher Bankkarten wird die Zahlung per Biometrie verwendet.
Das Pilotprojekt wurde in fünf Filialen der Lebensmittelkette St. Marche in Sao Paulo, Brasilien, gestartet. Ende dieses Jahres plant Mastercard, das Programm durch die Installation ähnlicher Geräte in Einzelhandelsgeschäften auf der ganzen Welt zu erweitern. Eigene Untersuchungen des Unternehmens haben gezeigt, dass Verbraucher biometrische Lösungen begrüßen. Juniper Research prognostizierte zuvor, dass bis 2025 1,4 Milliarden Menschen beim Bezahlen Gesichtserkennungssysteme verwenden werden, gegenüber 671 Millionen im Jahr 2020.
Um sich im System zu registrieren, müssen Sie ein Foto von Ihrem Gesicht machen oder Ihren Fingerabdruck scannen – dies erfordert entweder ein Smartphone mit installierter Service-Anwendung oder ein kompatibles Zahlungsterminal. Nach Eingabe biometrischer Daten wird eine Bankkarte mit dem Profil verknüpft. Nach Brasilien werden die Vereinigten Staaten sowie Länder in Europa, Asien und dem Nahen Osten dem Programm beitreten – schließlich will das Unternehmen es unbegrenzt erweitern und biometrisches Bezahlen in Treueprogramme von Handelsketten integrieren.
Die Initiative warf natürlich Fragen von Menschen bezüglich des Datenschutzes des biometrischen Systems und der Art und Weise der Datenerfassung auf. Mastercard sagt, dass alle Daten so verschlüsselt sind, dass Lecks verhindert werden. Bei der Registrierung wird das Bild eines Gesichts oder Fingerabdrucks durch einen sogenannten „Token“ ersetzt – ein Zeichensatz, der mit einer Bankkarte verknüpft ist. Das Unternehmen behauptet, eigene Standards zum Schutz von Benutzerdaten entwickelt zu haben, und zu den Projektpartnern gehören Fujitsu, NEC, Payface, Aurus, PaybyFace und PopID.
Mastercard sprach auch über die Arbeit an Technologien aus dem Bereich der Metaverse – den digitalen Welten der virtuellen und erweiterten Realität. Auf einer Pressekonferenz in London zeigte das Unternehmen ein Augmented-Reality-Headset, das den Besitzer warnt, wenn er eine betrügerische Ressource öffnet. Es wird an einer Technologie gearbeitet, die es einer Person ermöglicht, Waren in einem Online-Shop nur mit Augenbewegungen auszuwählen und zu kaufen. Darüber hinaus ist Mastercard daran interessiert, eine virtuelle Umkleidekabine zu schaffen und Möglichkeiten, Biometrie mit NFTs zu verknüpfen. All diese Projekte sind jedoch noch weit von der Realität entfernt – jetzt beschränkt sich das Unternehmen nur noch auf die Zahlung per Gesicht und Fingerabdrücke.
2022-05-18 11:12:30
Autor: Vitalii Babkin